Neue Mitgliedsgruppe: Bahnhof Langendreer

Das Queere Netzwerk NRW freut sich über Zuwachs: Bahnhof Langendreer tritt als neue Mitgliedsgruppe bei! Der Bahnhof Langendreer feiert 2026 sein 40-jähriges Bestehen als soziokulturelles Zentrum in Bochum. Er verbindet Kultur mit gesellschaftspolitischem Engagement. Mit Konzerten, Theater, Lesungen, Partys, Kabarett, Workshops und politischen Veranstaltungen ist er ein wichtiger Treffpunkt für Menschen und Initiativen aus der Stadt und darüber hinaus.

Ein wichtiger Bestandteil ist die Zusammenarbeit mit verschiedenen sozialen und kulturellen Initiativen, Gruppen und Communitys. Dazu gehört auch die LSBTIAQ* Communitys. Die Organisator*innen schaffen Räume für Begegnung, Austausch, Sichtbarkeit und kulturelle Teilhabe und unterstützen Menschen und Gruppen dabei, ihre Anliegen und Perspektiven einzubringen. So versteht sich der Bahnhof Langendreer als ein offener Ort der Solidarität und gesellschaftlichen Teilhabe.

Stellenausschreibung: Studentische Hilfskraft für MIQ NRW

Das Queere Netzwerk NRW ist der landesweite Fach- und Dachverband der LSBTIAQ*-Selbsthilfe mit mehr als 120 Mitgliedsgruppen aus ganz NRW. Wir bieten Vernetzung, Bildung, Beratung und Empowerment zu Themen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt für Nordrhein-Westfalen. Wir sind aktiv in der Jugend- und Bildungsarbeit, im (intersektionalen) Empowerment, der Selbsthilfe und betreiben die Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit MIQ NRW.

Die Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit ist ein Kooperationsprojekt des rubicon e.V., LSVD+ NRW und Queeres Netzwerk NRW und wird durch eine gemeinsame Steuerungsgruppe der Kooperationspartner*innen fachlich koordiniert. Über die Meldestelle können Diskriminierungserfahrungen in NRW anonym gemeldet werden, um das Dunkelfeld queerfeindlicher Gewalt zu erhellen. Wir arbeiten außerdem eng mit den Meldestellen MEDAR, DINA und MIRa zusammen, die unterschiedliche Formen von Rassismus fokussieren.

Wir suchen ab sofort oder später eine engagierte Studentische Hilfskraft (d/w/m/offen, 10 Wochenstunden). Die Stelle ist vorerst bis zum 31.12.2026 befristet. Eine Weiterbeschäftigung ist bei entsprechenden Fördermittelzusagen gewünscht und angestrebt.

Deine Aufgaben:

Du bringst mit:

Wir bieten:

Wir freuen uns auf Deine Bewerbung mit kurzem Motivationsschreiben und Lebenslauf ausschließlich per Mail und bitte in einer einzigen Datei an bewerbung@queeres-netzwerk.nrw. Angaben zu Geschlecht oder Familienstand sowie das Einsenden eines Fotos werden nicht erwartet. Bewerbungen werden direkt nach Eingang bearbeitet und ggf. zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen.

Es ist uns ein besonderes Anliegen, viele Perspektiven in unsere Arbeit mit einzubeziehen und Diskriminierungen entgegenzuwirken. Wir laden Personen mit mehrdimensionalen Positionierungen und biografischem Bezug zum Thema daher besonders zur Bewerbung ein.

Ansprechperson: Ronja Maier (keine Pronomen), Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit, Kontakt: info@miq.nrw

Neue Mitgliedsgruppe: [Ku:] / Queere Entfaltung e. V.

Das Queere Netzwerk NRW freut sich über eine neue Mitgliedsgruppe: Das [ku:] (Queere Entfaltung e. V.) ist ein selbstverwalteter intersektionaler Raum in der Kölner Südstadt. Dort sind nicht-kommerzielle Kunst- und Kulturangebote zu finden: Workshops, Drag* Shows, Ausstellungen, Open Stages, Vernetzungstreffen und vieles mehr! [ku:] erkämpft und bietet niedrigschwellig Ressourcen für queere, trans*, inter* und nichtbinäre Menschen. Queers und Allies sind bei allen Veranstaltungen willkommen.

Alle Termine sind zu finden auf der Homepage unter ku-koeln.de oder auch auf dem Instagram Account (@ku_koeln).

Wir suchen die Kompassnadel-Preisträger*innen 2027

Achtung, Achtung! Wir suchen wieder queere Held*innen: In den nächsten Monaten suchen unser Kompassnadel-Beirat und der Vorstand wieder Menschen und/oder Organisationen, die sich um LSBTIAQ*-Communities besonders verdient gemacht haben – und die darum mit der Kompassnadel 2027 ausgezeichnet werden sollen!

Du kennst Menschen oder Organisationen, die du für diese Ehrung vorschlagen möchtest? Dann lass es uns gerne wissen!

Bis zum 15. Oktober könnt ihr eure Vorschläge über das offizielle Formular einreichen:

 

Nominierung zur Kompassnadel 2027
Dürfen wir dich bei Rückfragen kontaktieren? Dann verrate uns bitte deinen Namen.
Dürfen wir dich bei Rückfragen kontaktieren? Dann verrate uns bitte deinen Namen.
Vorname
Nachname

Trauer um Kompassnadel-Preisträger Michael Jähme

Das Queere Netzwerk NRW trauert um Kompassnadel-Preisträger Michael Jähme (1959-2026).

Michael war von Beruf Sozialpädagoge und viele Jahre haupt- und ehrenamtlich in der Schwulen- und Aidshilfebewegung NRWs aktiv. Im Rahmen seiner Tätigkeit bei der ARCUS-Stiftung führte er seit 2013 Zeitzeugen-Interviews mit schwulen Männern durch, die nach 1945 durch den § 175 StGB verfolgt und verurteilt wurden. Er war Mitbegründer des „Archivs der anderen Erinnerung“ der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Dort zeichnete er sich verantwortlich für die Entwicklung bundesweiter Qualitätsstandards für die Befragungen von queeren Zeitzeug*innen sowie die Archivierung ihrer Berichte. Seine Pionierarbeit im Bereich der historischen Aufarbeitung von homosexuellen Lebens- und Diskriminierungserfahrungen durch restriktive gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen würdigte das Queere Netzwerk NRW (damals noch Schwules Netzwerk NRW) 2015 mit der Kompassnadel.

Mit Michael verlieren die queeren Communitys einen prägenden Mitstreiter, der sich unentwegt für ein solidarisches Miteinander der Communitys und gegen Ausgrenzung einsetzte.

Neue Mitgliedsgruppe: Düssel-Cup

Das Queere Netzwerk NRW begrüßt Düssel-Cup als neue Mitgliedsgruppe in den eigenen Reihen: Der Düssel-Cup ist ein internationales queeres Multisport-Event der Vereine Düsseldorf Dolphins e.V., VC Phoenix e.V. und WeiberKram e.V. Bei der Ausrichtung des Cups werden sie von weiteren Vereinen unterstützt. Dieses Event findet seit vielen Jahren am Wochenende vor Ostern in Düsseldorf statt und bietet neben den Wettkämpfen und Workshops in verschiedenen Sportarten ein breites Rahmenprogramm für eine schöne gemeinsame Zeit.

Durch das langjährige Bestehen des Düssel-Cups ist er mittlerweile international bekannt, sodass Sportler*innen aus den unterschiedlichsten Ländern an diesem Wochenende in Düsseldorf zusammenkommen.

Der nächste Düssel-Cup findet vom 19.-21. März 2027 statt.

Auftakttreffen Besonderes Organ NGVT* am 26.9. in Dortmund

Mit der Fusion des Netzwerks Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW (NGVT*) und dem Queeren Netzwerk NRW am 25. April wurde von der Mitgliederversammlung die Einrichtung eines Besonderen Organs NGVT* beschlossen. Das Besondere Organ NGVT* ist die neue Selbstorganisation von trans* und nichtbinären Menschen und von Gruppen von und für trans* und nicht-binäre(n) Menschen im Queeren Netzwerk NRW. Jetzt kann die Struktur mit Leben gefüllt werden! Eine Möglichkeit, gemeinsam trans* und nicht-binäre Community zu erleben und zu gestalten, sich mit anderen trans* und nichtbinären Menschen zu vernetzen und gemeinsam Projekte umzusetzen.

Die Landeskoordination Trans* NRW lädt alle trans* und nichtbinären Menschen in NRW und insbesondere trans* und nichtbinäre Menschen aus Mitgliedsgruppen des Queeren Netzwerks NRW zum Auftakttreffen des Besonderen Organs am 26.9., 11-15 Uhr, in Dortmund (der genaue Ort wird nach der Anmeldung per Mail bekanntgegeben) ein. Das Treffen ist eine Gelegenheit für ein Kennenlernen und einen Austausch zwischen trans* und nichtbinären Menschen aus ehemaligen Mitgliedsgruppen des NGVT* NRW und jenen, die schon vor der Fusion Mitglieder im Queeren Netzwerk NRW waren.

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an: info@lako-trans.nrw

Die Teilnahme und die Verpflegung sind kostenlos. Fahrtkosten innerhalb von NRW können erstattet werden.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und auf Wunsch Englisch statt. Der Veranstaltungsort einschließlich des WCs ist rollstuhlgerecht. Es gibt Parkplätze vor Ort und eine U-Bahnstation in der Nähe. Stimming Toys stehen im Raum zur Verfügung.

„Dem Hass keinen weiteren Millimeter!“ Stellungnahme zum islamistischen Terrorangriff auf den CSD Berlin

Wir sind voller Trauer. Eine Person hat auf brutalste Weise ihr Leben verloren. 29 Menschen wurden verletzt, teils schwer. Ihnen, ihren Angehörigen und allen Zeug*innen dieses schrecklichen islamistischen Terrorangriffs gilt unser tiefstes Mitgefühl und unsere umfassende Solidarität.

Wir sind schockiert und aufgewühlt. Dieser Angriff gilt queeren Communitys als Ganzes. Er gilt uns als Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Inter* und Nichtbinären und er hätte uns alle treffen können. Er hätte an jedem Ort und auf jedem CSD passieren können. Die Folgen sind:  Angst, Ohnmacht und Unverständnis einerseits, Wut, Entschlossenheit und Zusammenhalt andererseits. „Wir haben Angst vor einer Zunahme der Gewalt. Aber wir kämpfen weiter und bleiben sichtbar!“, so Patrick Orth (Vorstand Queeres Netzwerk NRW).

Wenn friedlich demonstrierende Menschen auf einem CSD angegriffen und getötet werden, ist das nicht nur ein Anschlag auf queere Communitys, sondern auch ein Angriff auf die Demokratie. Der islamistische Anschlag zerstört und bedroht die Würde des Menschen, die körperliche Unversehrtheit, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit – und verneint ganz bewusst die Gleichwertigkeit queerer Menschen.

Der Kampf gegen Extremismus – gegen Islamismus, Rechtsextremismus und jede andere menschenfeindliche Ideologie, die Menschen ausgrenzt, entrechtet, entwürdigt, verfolgt und zu Feind*innen macht – ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dieser Kampf gehört jeden Tag auf die politische Agenda und nicht nur dann, wenn Menschen verletzt und getötet werden. Patrick Orth appelliert: „Queere Communities brauchen keine Lippenbekenntnisse, sondern jetzt und sofort mehr Schutz vor jeglichem Extremismus. Es geht um Leben und Tod.“

Überall in NRW und Deutschland finden derzeit CSDs statt – und zwar weil es sie braucht. Sie machen sichtbar, dass Diskriminierung und Queerfeindlichkeit fortbestehen. Wenn aus Angst vor Anschlägen weniger oder nicht demonstriert wird, nimmt unsere Freiheit Schaden. Allen CSD-Organisator*innen gilt unser allergrößter Dank für ihr unermüdliches und unerschrockenes Engagement – es ist so wichtig wie schon lange nicht mehr! Von der Politik erwarten wir, dass die CSDs in NRW gestärkt werden – durch politische Präsenz, umfassende Sicherheitsmaßnahmen und eine Erhöhung der CSD-Förderung. Es kann nicht sein, dass CSDs nicht stattfinden können, weil Geld für Sicherheitsmaßnahmen fehlt.

Rechtsextreme Akteur*innen nutzen den Anschlag schon wenige Stunden später, um Stimmung gegen muslimische Menschen zu machen. Das ist widerwärtig. Der Angriff auf den CSD in Berlin richtete sich auch gegen queere Muslim*innen. Die Gleichstellung von Islam und Islamismus ist falsch. Uns erreichen viele Solidaritätsbekundungen muslimischer Vereine, die sich klar gegen jede Form queerfeindlicher Gewalt stellen.

Wir erwarten von Menschen, Politik und Unternehmen Solidarität und Unterstützung. Queere Menschen sind selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft – zeigen Sie das und stehen Sie dafür ein! Unterstützen Sie gerade jetzt ihren lokalen CSD durch Anwesenheit und Sponsoring. Widersprechen Sie queerfeindlichen Aussagen im öffentlichen Raum und im Netz entschlossen! Tun Sie das heute und tun Sie es in Zukunft.

Allerdings beobachten wir mit Befremden, wie öffentliche Förderprogramme im Bund gestrichen oder die Förderung für das queere Jugendnetzwerk lambda gekündigt wird. Das ist falsch. Richten Sie stattdessen gerade jetzt Förderprogramme für queere Communitys ein, stärken Sie kommunale Angebote und Beratungsstellen, bauen Sie die Meldestellen aus, erhöhen Sie die Anzeigenbereitschaft, schaffen Sie Sensibilisierungsmöglichkeiten für Polizei, Lehrkräfte und generell alle Fachkräfte. Queerpolitik muss jetzt und dauerhaft entschlossen gestärkt werden.

Wir als Queeres Netzwerk NRW werden auch zukünftig mit ganzer Kraft daran arbeiten, dass Hass, Hetze und Menschenfeindlichkeit nicht gewinnen. Angst und Gewalt dürfen niemals darüber entscheiden, wer sichtbar, frei und unversehrt leben darf – und wer nicht. Lassen Sie uns zusammenstehen und diese Arbeit gemeinsam voranbringen. Dem Hass keinen weiteren Millimeter!

„Familienvielfalt anerkennen – Regenbogenfamilien in NRW gleichstellen“: Stellungnahme der Landesfachstelle Regenbogenfamilien NRW zum Familienbericht NRW

Unter dem Titel „Familien im Blick – Lebenslagen verstehen. Zukunft gestalten.“ hat die Landesregierung am 9. Juli 2026 einen Familienbericht veröffentlicht. Damit liegt erstmals seit 2015 wieder eine wissenschaftlich fundierte, an den Lebenslagen orientierte Bestandsaufnahme der Familien in Nordrhein-Westfalen vor.

Ministerin Verena Schäffer betont in der Einleitung: „Das Familienleben in Nordrhein-Westfalen ist bunt und vielfältig wie nie zuvor. Klassische Rollenbilder wandeln sich und neue Familienformen gewinnen an Bedeutung. Familie ist heute kein starres Modell mehr, sondern spiegelt eine Vielzahl von Lebensentwürfen und Erfahrungen wider.“

Diese Perspektive begrüßen wir. Folgerichtig setzt der Bericht einen Schwerpunkt auf die Vielfalt von Familien und nimmt damit auch queere Familien in den Blick. Im Vorfeld fand ein Familiendialog mit Regenbogenfamilien statt, der im Rahmen des von unserer Fachstelle anlässlich des International Family Equality Day veranstalteten Familienfests im Mai 2025 in Münster durchgeführt wurde.

Zahlen und Daten: wichtige Hinweise, aber lückenhafte Erfassung

Die im Bericht ausgewerteten Daten des Mikrozensus 2024 zeigen:

Diese Zahlen sind ein wichtiger Schritt zu mehr Sichtbarkeit – sie verdeutlichen jedoch zugleich, dass die Datenlage zu Regenbogenfamilien weiterhin lückenhaft ist.

Kinderwunsch und Elternschaft: rechtliche und finanzielle Barrieren

Eine landesweite Online-Befragung queerer Familien (2024) zeigt, dass fast 50 % der LSBTIQ*-Eltern Hürden bei der Umsetzung ihres Kinderwunsches erlebt haben. Genannt werden vor allem rechtliche und finanzielle Belastungen, insbesondere bei Kinderwunschbehandlungen – etwa beim Zugang zu medizinisch assistierter Reproduktion und durch die weiterhin fehlende rechtliche Anerkennung der Co-Mutterschaft bei lesbischen und nicht-binären Elternpaaren.

Für schwule Paare bleiben häufig Auslandsadoption oder eine (kommerzielle oder altruistische) Leihschwangerschaft als Optionen; entsprechend kommen Kinder in schwulen Familien überdurchschnittlich oft aus früheren heterosexuellen Beziehungen.

Zudem bilden staatliche Dokumente die Realität nicht verlässlich ab: Die Einträge „Mutter“ und „Vater“ in Geburtsregister und Geburtsurkunden werden trans* und inter* Personen weiterhin nicht gerecht. Die Übergangslösung im Selbstbestimmungsgesetz (§ 11 SBGG, in Kraft seit 1. November 2024) hat daran bislang wenig geändert.

Lebenslagen: Diskriminierung, Minderheitenstress, Verunsicherung

Trotz gestiegener Akzeptanz erleben Regenbogenfamilien weiterhin Diskriminierung, Ablehnung und teils Hassgewalt. Studien verweisen auf Folgen von Minderheitenstress, der psychische Belastungen verstärken kann. Viele Familien berichten zudem von einer wachsenden Sorge, dass sich das gesellschaftliche Klima verschlechtert und erreichte Reformen wieder infrage gestellt werden könnten.

Forderungen aus dem Familiendialog: Anerkennung, Gleichstellung und Ausbau der Beratungsinfrastruktur

Der Bericht benennt Forderungen aus dem Familiendialog, die wir ausdrücklich unterstützen. Im Zentrum steht die gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung von Regenbogenfamilien als gleichwertig – einschließlich einer Reform des Abstammungsrechts.

Konkret braucht es:

Eine sichtbare sowie queersensible Beratungsinfrastruktur stellt dabei eine wichtige Unterstützung dar und begleitet Regenbogenfamilien in allen Lebenslagen. In der Praxis zeigen sich jedoch Lücken: Viele Beratungsangebote sind bislang nicht auf die besonderen Bedürfnisse von Regenbogenfamilien eingestellt, zudem gibt es ein Gefälle zwischen Stadt und Land. Nötig sind flächendeckende Angebote, zentrale Anlaufstellen zur Unterstützung von Familien und Behörden sowie eine landesweite Übersicht queersensibler Unterstützungsmöglichkeiten.

Der Familienbericht weist zudem darauf hin, dass das Familienrecht Mehreltern-Familien bislang nicht angemessen berücksichtigt. Auch hier ist eine Anpassung an gelebte Realitäten erforderlich.

Politische Reformen konsequent umsetzen

Der Familienbericht liefert eine wichtige Grundlage für politische Gestaltung. Aus Sicht der Landesfachstelle Regenbogenfamilien NRW ergeben sich daraus klare Handlungsbedarfe:

Als Landesfachstelle Regenbogenfamilien NRW unterstützen wir diese Ziele dauerhaft. Es braucht eine verlässliche, langfristige Förderung von Beratungs- und Gruppenangeboten für queere Familien sowie der Landesfachstelle Regenbogenfamilien NRW. Nur so können Regenbogenfamilien in NRW wirksam begleitet und Strukturen nachhaltig gestärkt werden.

Downloads:

Jahresbericht MIQ NRW: Lagebild Queerfeindlichkeit NRW 2025

Die Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit (MIQ NRW) wirft mit ihrem ersten Jahresbericht für das Jahr 2025 einen ersten Lichtkegel auf das große Dunkelfeld im Bereich Queerfeindlichkeit in Nordrhein-Westfalen.

Seitdem MIQ NRW am 17. März 2025 gestartet ist, sind für das Kalenderjahr 2025 insgesamt 258 queerfeindliche Vorfällen in NRW gemeldet und ausgewertet worden. Hierzu zählen sowohl strafrechtlich relevante Vorfälle als auch Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsgrenze.

Die eingegangenen Meldungen decken ein weites Spektrum an Queerfeindlichkeit ab, das beispielsweise von Diebstahl oder Vandalismus bei queeren Symbolen über subtile Formen von Diskriminierung wie Mikroaggressionen bis hin zu Beleidigungen, Drohungen oder physischer Gewalt reicht. 196 (76 %) dieser Meldungen sind von Betroffenen getätigt worden, 42 (16 %) von Zeug*innen und 20 (8 %) von Organisationen. Zusätzlich gab es insgesamt 30 Angriffs- und Hassmeldungen auf MIQ NRW selbst.

Knapp zwei Drittel (64 %) der gemeldeten Vorfälle werden Belästigungen zugeordnet, zum Beispiel Anfeindungen, Beleidigungen, Erniedrigungen und/oder Mobbing. Darüber hinaus wurden auch Vorfälle über physische Gewalt wie Körperverletzung und Sachbeschädigung, aber auch subtile Formen von Diskriminierung und die Verwehrung von Rechten auf strukturellen und institutionellen Ebenen gemeldet: dazu zählen etwa Lächerlich machen, Ansprache mit dem falschen Pronomen oder mit dem Deadname sowie verwehrte Zugänge zum Wohnungsmarkt oder zu Toiletten. Mehr als ein Fünftel aller Vorfälle (56 Vorfälle, 22 %) beinhaltet Mehrfachdiskriminierung, also neben Queerfeindlichkeit auch Überschneidungen beispielsweise mit Rassismus, Sexismus oder Frauenfeindlichkeit. Die Lebensbereiche, in denen Queerfeindlichkeit am häufigsten registriert wurde, sind der öffentliche Raum (111 Vorfälle, 43 %), Bildungseinrichtungen (31 Vorfälle, 12 %), der Einzelhandel- oder Dienstleistungssektor (25 Vorfälle, 10 %) sowie digitale Räume (23 Vorfälle, 9 %). Teilweise haben Meldende auch mehrere Lebensbereiche angegeben, sodass sie sich in manchen Fällen überschneiden können.

Aus den getätigten Meldungen kristallisieren sich ähnliche Erkenntnisse heraus, wie sie bereits die 2025 veröffentlichte Lebenslagenstudie „Queer durch NRW“ des Landes Nordrhein-Westfalen feststellte: so sind etwa Menschen, die trans* und/oder nichtbinär (94 der 196 selbstbetroffenen Meldenden, 48 %) sind, überproportional von Diskriminierung und Übergriffen betroffen. Trans*- und Schwulenfeindlichkeit sind mit jeweils 35 % die häufigsten gemeldeten Formen von Queerfeindlichkeit. Zudem geht aus den Meldungen hervor, dass von Betroffenen und Zeug*innen nur ein Zehntel (11 %) die Vorfälle bei der Polizei melden und sogar nur knapp 4 % Beratungsstellen aufsuchen. MIQ NRW gelingt es also, Diskriminierung zu erfassen, die in Statistiken bisher keinen Eingang gefunden hat.

Die Auswirkungen von Queerfeindlichkeit sind gravierend. Knapp 39 % der Betroffenen berichten von Angst, Ohnmachts- und Minderwertigkeitsgefühlen und Hilflosigkeit. Auf Basis der ausgewerteten Meldungen hat MIQ NRW Handlungsempfehlungen für die Politik abgeleitet, mit welchen Mitteln Queerfeindlichkeit bekämpft und queere Communities sowohl besser geschützt als auch gestärkt werden können. Denn die gesellschaftliche Akzeptanz von queeren Menschen ist essenziell für eine funktionierende Demokratie.

„Die von MIQ NRW veröffentlichten Zahlen bestätigen, was queere Menschen seit Jahren wissen: Queerfeindlichkeit richtet massiven Schaden an. Der Bericht untermauert die Dringlichkeit von Präventions- und Schutzmaßnahmen für queere und insbesondere trans*, inter* und nichtbinäre Menschen. Die politische Zögerlichkeit bei der Bekämpfung von Queerfeindlichkeit ist nicht hinnehmbar.“ Vorstand Queeres Netzwerk NRW

Der vollständige Jahresbericht 2025 der Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit MIQ NRW steht ab jetzt in digitaler Form im Shop des Queeren Netzwerks NRW zum kostenfreien Download bereit.