4 Vorstandsmitglieder des Queeren Netzwerks NRW mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet
Der 2. Juni 2026 war ein besonderer Tag für queeres zivilgesellschaftliches Engagement in NRW: In der Staatskanzlei Düsseldorf würdigte Ministerpräsident Hendrik Wüst 15 Persönlichkeiten, die sich ihr Leben lang mutig für queere Rechte sowie ein offenes, vielfältiges und demokratisches Miteinander starkgemacht haben, mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Verdienstorden ehrt als höchste Auszeichnung des Landes traditionell den herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land Nordrhein-Westfalen. Als Queeres Netzwerk NRW freuen wir uns besonders über die Anerkennung dieser Pionierarbeit für queere Sichtbarkeit und Gleichberechtigung, denn zu den ausgezeichneten Personen gehören auch vier ehemalige und aktuelle Vorstände unseres Landesverbandes: Peter Hölscher, Heike Kivelitz, Reinhard Klenke und Steffen Schwab.
In der Eröffnungsrede der Zeremonie hob Ministerpräsident Hendrik Wüst den Einsatz der 15 neuen Träger*innen des Verdienstordens für das Land Nordrhein-Westfalen für ein respektvolles, offenes und diskriminierungsfreies Miteinander hervor: „Sie schaffen Sichtbarkeit und Teilhabe und stoßen so gesellschaftliche Debatten an. Damit tragen sie dazu bei, dass unterschiedlichste Lebensrealitäten selbstverständlich ihren Platz in unserer Gesellschaft haben. Mit klarer Haltung und großem persönlichem Einsatz stärken sie den Zusammenhalt und zeigen, wie wichtig Respekt, Gleichberechtigung und gegenseitige Anerkennung für unser Zusammenleben sind. Sie sind Vorbilder, denen unser tief empfundener Dank und unsere höchste Anerkennung gilt.“

In seiner Laudatio an Peter Hölscher betonte er dessen Einsatz für die Gleichstellung von queeren Menschen mit Beeinträchtigung: „Sein Ziel ist, dass das wichtige Thema „Barrierefreiheit“ ganzheitlich gedacht wird.“ Peter Hölscher engagiert sich seit rund einem Jahrzehnt für die Akzeptanz queerer Menschen in Nordrhein-Westfalen, besonders für die Gleichstellung queerer Menschen mit Behinderung. Er prägt das Projekt LSBTIQ*inklusiv, war Mitinitiator des Queeren Zentrums Düsseldorf e.V. und ist Delegierter des Inklusionsbeirats des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Vorstandsmitglied des Queeren Netzwerks NRW war er insgesamt 6 Jahre lang aktiv.

Heike Kivelitz wiederum brächte durch ihr Engagement Menschen zusammen und schaffe Räume, in denen sie sich sicher fühlen könnten, hob Wüst hervor. „Insbesondere lesbischen Frauen“ habe sie „Sichtbarkeit, Unterstützung und Gemeinschaft gegeben.“ Heike Kivelitz ist seit vielen Jahren in der lesbisch-queeren Selbstvertretung in Nordrhein-Westfalen aktiv. Sie prägte die Fusion der LAG Lesben in NRW mit dem Queeren Netzwerk NRW, gründete den lesbischen Selbsthilfeverein Leslie e.V. und war Mitgründerin des Dachverbands Queers an der Niers e.V., der die regionale Vernetzung queerer Strukturen stärkt. Seit 2024 engagiert sie sich außerdem im Vorstand der ARCUS Stiftung. Ihre Zeit im Vorstand zuerst der LAG Lesben NRW und dann des Queeren Netzwerks NRW beläuft sich auf gegenwärtig 14 Jahre.

Er sei ein „Pionier der schwulen Aufklärungsarbeit und ein starker Kämpfer gegen HIV und AIDS.“. Wüst ehrte das Engagement von Reinhard Klenke, der sich seit den 1970ern für „Aufklärung, Selbstbestimmung und Anerkennung“ einsetze, also „noch in einer Zeit, in der Ausgrenzung und Angst für viele Alltag waren.“ Reinhard Klenke engagiert sich in der HIV-/AIDS- und queeren Selbstorganisation in Nordrhein-Westfalen. Er war Mitbegründer der Aidshilfe Paderborn und des Queeren Netzwerks NRW (damals noch Schwules Netzwerk NRW), das er auch insgesamt 22 Jahre als Vorstand mitprägte. Zudem gehört er zu den Organisatoren des ersten Kölner Christopher Street Day (CSD). Über viele Jahre wirkt er in landes- und bundesweiten AIDS- und Netzwerkgremien mit und engagiert sich in der ARCUS-Stiftung, zeitweise als Vorsitzender.

Steffen Schwab wurde ausgezeichnet für seine langjährige Vorstandsarbeit im Queeren Netzwerk NRW (damals noch Schwules Netzwerk NRW), das er an der Spitze „zu einem Verband entwickelte, der heute die ganze Vielfalt der Community sichtbar macht.“ Steffen Schwab engagiert sich seit den 1990er Jahren in der queeren Vereins- und Verbandsarbeit – zunächst bei der Schwulen Initiative Siegen e.V., später insgesamt 22 Jahre im Vorstand des Queeren Netzwerks NRW. Dort setzt er sich für die Weiterentwicklung vom Schwulen Netzwerk zum Queeren Netzwerk ein und begleitete als dessen Vorstandsvorsitzender die Gründung und Entwicklung der ARCUS-Stiftung, in der er weiterhin als Vorsitzender des Stiftungsrates aktiv ist.
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