CSD-Empfang 2026: Protest und Zusammenhalt für Vielfalt, Freiheit und Demokratie

Köln, 4. Juli 2026 – Mit einem eindringlichen Appell an Politik und Gesellschaft haben das Queere Netzwerk NRW und die Aidshilfe NRW beim 27. gemeinsamen CSD-Empfang in Köln für den Schutz von Demokratie, Menschenrechten und queerer Vielfalt geworben. Vor rund 900 Gästen aus Politik, Zivilgesellschaft, Medien und den Communitys machten beide Landesverbände deutlich: Die zunehmende Queerfeindlichkeit, rechtsextreme Bedrohungen und die Kürzungen demokratiestärkender Projekte gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt und erfordern entschlossenes politisches Handeln.

In ihrer gemeinsamen Rede würdigten Laura Becker, Vorstandssprecherin des Queeren Netzwerks NRW, und Arne Kayser, Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW, die CSD-Bewegung als eine der wichtigsten demokratischen Protestbewegungen Deutschlands. „Die Sichtbarkeit, die Rechte und die gesellschaftliche Teilhabe queerer Menschen mussten hart erkämpft werden. Die CSDs stehen seit Jahrzehnten für Mut, Solidarität und den Einsatz für Freiheit und Gleichberechtigung. Gerade heute sind sie wichtiger denn je!“

Mit Sorge verwiesen beide Verbände auf den erneuten Anstieg queerfeindlicher Straftaten sowie auf die zunehmenden Einschüchterungsversuche gegen CSDs und queere Einrichtungen. „Hass ist keine Meinung, sondern eine reale Bedrohung für Menschen und unsere Demokratie. Wer queere Menschen angreift, greift die offene Gesellschaft insgesamt an“, so Becker. Gleichzeitig rief sie dazu auf, bestehende Schutzlücken zu schließen, queere Infrastruktur nachhaltig zu stärken und die Gleichstellung queerer Menschen konsequent weiter voranzubringen.

Arne Kayser hob insbesondere den Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher und Organisator*innen hervor, die vielerorts unter schwierigen Bedingungen CSDs veranstalten und sich rechtsextremen Anfeindungen entgegenstellen. „Sie verteidigen mit großem Mut demokratische Werte vor Ort. Ihnen gilt unsere uneingeschränkte Solidarität. Wer Vielfalt verteidigt, darf dabei nicht allein gelassen werden“, appellierte Kayser. Zugleich kritisierte er die geplanten Kürzungen zahlreicher Demokratie- und Präventionsprojekte: „Demokratieförderung ist keine freiwillige Leistung. Sie ist eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Mit Blick auf die zahlreichen CSDs in Nordrhein-Westfalen und bundesweit unterstrichen Becker und Kayser die Bedeutung der Bewegung: „CSDs sind weit mehr als bunte Feste. Sie sind sichtbarer Protest, gelebte Demokratie und Ausdruck einer Gesellschaft, in der alle Menschen frei und ohne Angst leben können. Diese Errungenschaften werden wir gemeinsam verteidigen.“

Im Mittelpunkt des diesjährigen Empfangs stand die Verleihung der Kompassnadel 2026 an die CSD-Bewegung in Deutschland. Mit der Auszeichnung würdigt das Queere Netzwerk NRW die entscheidende Rolle der Christopher Street Days für die gesellschaftliche Sichtbarkeit, die rechtliche Gleichstellung und den Schutz queerer Menschen. Stellvertretend für die bundesweite Bewegung nahmen die CSD-Vernetzer*innen aus NRW Sabrina Reznizek, Toni Nezi und Pacco Menzel die Auszeichnung entgegen.

Die Laudatio hielt Entertainer, Moderator und Regisseur Thomas Hermanns, der die CSD-Bewegung als unverzichtbaren Bestandteil demokratischer Protestkultur würdigte. Knallblech – Brassband meets DJ sorgte musikalisch für Feierlaune und Oliver Schubert führte als Moderator mit Esprit durch das vielfältige Programm.

 

Online-Veranstaltung: Vorstellung des Lagebildes Queerfeindlicheit NRW 2025

Am 13. Juli 2026 wird der Jahresbericht der Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit (MIQ NRW) für das Kalenderjahr 2025 veröffentlicht. Interessierte aus queeren Communitys, der Zivilgesellschaft, aus Politik, Medien und kommunalen Einrichtungen sind herzlich zur Vorstellung des Lagebildes Queerfeindlichkeit NRW 2025 eingeladen. Die Online-Veranstaltung findet am Mittwoch, 22. Juli 2026, 12-14 Uhr über Zoom statt. Der entsprechende Link wird allen Angemeldeten wenige Stunden vor Veranstaltungsbeginn per E-Mail zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen der zweistündigen Online-Veranstaltung werden die Auswertung queerfeindlicher Vorfälle für das Jahr 2025 sowie Handlungsempfehlungen gegen Queerfeindlichkeit vorgestellt. Nach den wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Kurzinputs wird es die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen.

Anmeldung: Online-Vorstellung Lagebild Queerfeindlichkeit 2025
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4 Vorstandsmitglieder des Queeren Netzwerks NRW mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet

Der 2. Juni 2026 war ein besonderer Tag für queeres zivilgesellschaftliches Engagement in NRW: In der Staatskanzlei Düsseldorf würdigte Ministerpräsident Hendrik Wüst 15 Persönlichkeiten, die sich ihr Leben lang mutig für queere Rechte sowie ein offenes, vielfältiges und demokratisches Miteinander starkgemacht haben, mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Verdienstorden ehrt als höchste Auszeichnung des Landes traditionell den herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land Nordrhein-Westfalen. Als Queeres Netzwerk NRW freuen wir uns besonders über die Anerkennung dieser Pionierarbeit für queere Sichtbarkeit und Gleichberechtigung, denn zu den ausgezeichneten Personen gehören auch vier ehemalige und aktuelle Vorstände unseres Landesverbandes: Peter Hölscher, Heike Kivelitz, Reinhard Klenke und Steffen Schwab.

In der Eröffnungsrede der Zeremonie hob Ministerpräsident Hendrik Wüst den Einsatz der 15 neuen Träger*innen des Verdienstordens für das Land Nordrhein-Westfalen für ein respektvolles, offenes und diskriminierungsfreies Miteinander hervor: „Sie schaffen Sichtbarkeit und Teilhabe und stoßen so gesellschaftliche Debatten an. Damit tragen sie dazu bei, dass unterschiedlichste Lebensrealitäten selbstverständlich ihren Platz in unserer Gesellschaft haben. Mit klarer Haltung und großem persönlichem Einsatz stärken sie den Zusammenhalt und zeigen, wie wichtig Respekt, Gleichberechtigung und gegenseitige Anerkennung für unser Zusammenleben sind. Sie sind Vorbilder, denen unser tief empfundener Dank und unsere höchste Anerkennung gilt.“

In seiner Laudatio an Peter Hölscher betonte er dessen Einsatz für die Gleichstellung von queeren Menschen mit Beeinträchtigung: „Sein Ziel ist, dass das wichtige Thema „Barrierefreiheit“ ganzheitlich gedacht wird.“ Peter Hölscher engagiert sich seit rund einem Jahrzehnt für die Akzeptanz queerer Menschen in Nordrhein-Westfalen, besonders für die Gleichstellung queerer Menschen mit Behinderung. Er prägt das Projekt LSBTIQ*inklusiv, war Mitinitiator des Queeren Zentrums Düsseldorf e.V. und ist Delegierter des Inklusionsbeirats des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Vorstandsmitglied des Queeren Netzwerks NRW war er insgesamt 6 Jahre lang aktiv.

Heike Kivelitz wiederum brächte durch ihr Engagement Menschen zusammen und schaffe Räume, in denen sie sich sicher fühlen könnten, hob Wüst hervor. „Insbesondere lesbischen Frauen“ habe sie „Sichtbarkeit, Unterstützung und Gemeinschaft gegeben.“ Heike Kivelitz ist seit vielen Jahren in der lesbisch-queeren Selbstvertretung in Nordrhein-Westfalen aktiv. Sie prägte die Fusion der LAG Lesben in NRW mit dem Queeren Netzwerk NRW, gründete den lesbischen Selbsthilfeverein Leslie e.V. und war Mitgründerin des Dachverbands Queers an der Niers e.V., der die regionale Vernetzung queerer Strukturen stärkt. Seit 2024 engagiert sie sich außerdem im Vorstand der ARCUS Stiftung. Ihre Zeit im Vorstand zuerst der LAG Lesben NRW und dann des Queeren Netzwerks NRW beläuft sich auf gegenwärtig 14 Jahre.

Er sei ein „Pionier der schwulen Aufklärungsarbeit und ein starker Kämpfer gegen HIV und AIDS.“. Wüst ehrte das Engagement von Reinhard Klenke, der sich seit den 1970ern für „Aufklärung, Selbstbestimmung und Anerkennung“ einsetze, also „noch in einer Zeit, in der Ausgrenzung und Angst für viele Alltag waren.“ Reinhard Klenke engagiert sich in der HIV-/AIDS- und queeren Selbstorganisation in Nordrhein-Westfalen. Er war Mitbegründer der Aidshilfe Paderborn und des Queeren Netzwerks NRW (damals noch Schwules Netzwerk NRW), das er auch insgesamt 22 Jahre als Vorstand mitprägte. Zudem gehört er zu den Organisatoren des ersten Kölner Christopher Street Day (CSD). Über viele Jahre wirkt er in landes- und bundesweiten AIDS- und Netzwerkgremien mit und engagiert sich in der ARCUS-Stiftung, zeitweise als Vorsitzender.

Steffen Schwab wurde ausgezeichnet für seine langjährige Vorstandsarbeit im Queeren Netzwerk NRW (damals noch Schwules Netzwerk NRW), das er an der Spitze „zu einem Verband entwickelte, der heute die ganze Vielfalt der Community sichtbar macht.“ Steffen Schwab engagiert sich seit den 1990er Jahren in der queeren Vereins- und Verbandsarbeit – zunächst bei der Schwulen Initiative Siegen e.V., später insgesamt 22 Jahre im Vorstand des Queeren Netzwerks NRW. Dort setzt er sich für die Weiterentwicklung vom Schwulen Netzwerk zum Queeren Netzwerk ein und begleitete als dessen Vorstandsvorsitzender die Gründung und Entwicklung der ARCUS-Stiftung, in der er weiterhin als Vorsitzender des Stiftungsrates aktiv ist.

Bildrechte: Mark Hermenau

CSD-Bewegung in Deutschland erhält die Kompassnadel 2026

Mit großer Freude verkünden wir als Queeres Netzwerk NRW, dass die CSD-Bewegung in Deutschland mit der Kompassnadel 2026 ausgezeichnet wird.

Die Auszeichnung begründet der Vorstand des Queeren Netzwerks NRW folgendermaßen: „Die verbesserten gesetzlichen Rahmenbedingungen für queere Menschen und die zunehmende Akzeptanz und Sichtbarkeit wären ohne die CSDs in Deutschland nicht möglich gewesen. In Zeiten zunehmender Queerfeindlichkeit, von der auch CSDs in vielen Städten betroffen sind, steht die Verleihung der Kompassnadel 2026 für die ungebrochene Kraft dieser Bewegung, die Vielfalt, Demokratie und Menschenrechte sichtbar verteidigt.“

Die Auszeichnung wird stellvertretend an die CSD-Vernetzer*innen NRW verliehen. Sabrina Reznizek, Toni Nezi und Pacco Menzel (Sprecher*innen der CSD-Vernetzer*innen NRW) werden die Kompassnadel 2026 stellvertretend für die gesamte CSD-Bewegung in Deutschland entgegennehmen.

Die feierliche Preisverleihung findet am 4. Juli 2026 zwischen 12:00-14:30 Uhr im Rahmen des CSD-Empfangs im Maritim Hotel Köln statt. Sie können sich ab jetzt für die Veranstaltung anmelden.

Kurzinfo zur CSD-Bewegung in Deutschland:

Ihren Ursprung hat die Bewegung hierzulande in der ersten Demonstration, die in Deutschland für die Rechte Homosexueller 1972 in Münster stattfand. Daraus entwickelte sich eine der größten und kontinuierlichsten Bürger*innenbewegungen. Millionen von Menschen sind seither gegen teilweise erheblichen öffentlichen und staatlichen Widerstand für die Gleichstellung und Akzeptanz queerer Menschen auf die Straße gegangen.

Die CSD-Bewegung ist Wurzel und Grundlage für tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen wie die Abschaffung des §175, die Öffnung der Ehe für alle und das neue Selbstbestimmungsgesetz. Und sie trägt auch heute die Themen auf die Straße, die queere Menschen nach wie vor bewegen: von Schutz vor queerfeindlicher Gewalt über Sichtbarkeit trans*, inter* und nichtbinärer Lebensrealitäten bis hin zur globalen Solidarität mit queeren Communities weltweit.

Kompassnadel

Im Rahmen des CSD-Empfangs verleiht das Queere Netzwerk NRW seit 2001 die Kompassnadel an Persönlichkeiten und Organisationen, die sich besonders um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von LSBTIAQ* verdient gemacht haben. Heute ist der Preis eine der bedeutendsten queeren Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Ursprünglich wurde die Auszeichnung in zwei Kategorien (Ehrenamt und Öffentliches Leben) verliehen, seit einiger Zeit nun wird jährlich nur noch eine Kompassnadel verliehen.

Infostand im Landtag NRW

Als Queeres Netzwerk NRW sind wir nunmehr jährlich zeitnah zum IDAHOBITA (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter*-, Trans*- und Asexuellenfeindlichkeit) am 17. Mai mit einem Infostand im Landtag NRW vertreten. Dieses Jahr fiel das Datum für unseren Infostand auf den Plenartag am 8. Mai.. Wir nutzten die Gelegenheit, um mit politischen Vertretungen der demokratischen Fraktionen in den Austausch zu gehen und uns bei ihnen für queerpolitische Themen starkzumachen.

Neben der Erhaltung und Förderung bereits bestehender Fachstellen und Strukturen in NRW ging es konkret auch um den Rechtsruck und die steigende Queerfeindlichkeit in NRW sowie die Bedeutung der Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit (MIQ NRW) bei der Erfassung ebendieser. Daneben konnte sich auch das gemeinsam mit dem Landessportbund NRW realisierte neue Projekt „Vielfalt in Bewegung NRW“ bei Politiker*innen vorstellen und die Wichtigkeit von Sensibilisierung im Breitensport aufzeigen. Die intersektionale Fachstelle #MehrAlsQueer und das Projekt Q_Munity wiesen auf die gestiegenen Bedarfe queerer BiPoC hin und die Fachstelle Queere Jugend NRW konnte die neu entwickelten Qualitätsstandards in der queeren Jugendarbeit präsentieren. Die Landeskoordination Trans* NRW informierte über die Situation von TIN* Menschen in NRW und die landesweite Kampagne ANDERS&GLEICH berichtete von ihrer Aufklärungsarbeit. Großen Anklang fand insbesondere die Broschüre „Queere Kommunalpolitik“ und auch alle anderen Infomaterialien fanden zahlreiche Abnehmer*innen.

Wir bedanken uns beim Landtag NRW, dass wir wieder zu Gast sein durften sowie bei allen Politiker*innen, die unseren Infostand besucht, Gespräche mit uns geführt und uns ihre Unterstützung zugesichert haben.

Appell des Queeren Netzwerks NRW: Kommunalpolitik auch für queere Menschen!

Das Queere Netzwerk NRW hat im Zuge steigender Queerfeindlichkeit und Rechtsruck einen Appell an die demokratische Kommunalpolitik veröffentlicht. In diesem formuliert sind Forderungen, safer spaces für LSBTIAQ* besser zu schützen sowie Sensibilisierungs- und Präventivmaßnahmen gegen Queerfeindlichkeit umzusetzen. Dies ist auch vor dem Hintergrund des rechtsextremen Angriffs auf das Queere Zentrum in Mönchengladbach von erschreckender Aktualität.

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Patrick Orth (Vorstand Queeres Netzwerk NRW) betont: „Seit den Kommunalwahlen im letzten Jahr richtet sich unser Blick noch stärker auf die Kommunen. Letztlich entscheidet sich ja hier, ob queere Bürger*innen frei und gleichberechtigt leben können. Wir haben daher Kontakt zu den kommunalen Spitzenverbänden aufgenommen und diesen Appell an die demokratische Kommunalpolitik veröffentlicht. Unsere Botschaft: Es gibt keine Demokratie ohne Gewaltschutz und Antidiskriminierung!“

100 Mitgliedsgruppen im Queeren Netzwerk NRW

Das Queere Netzwerk NRW erreicht heute einen bedeutenden Meilenstein: Mit nun über 100 Mitgliedsgruppen ist der Verband breiter aufgestellt denn je. Der kontinuierliche Zuwachs der letzten Jahre unterstreicht eindrucksvoll die Vielfalt der queeren Communities in Nordrhein-Westfalen.

In den vergangenen Jahren haben sich die Herausforderungen für queere Menschen verschärft – sowohl in NRW als auch bundesweit und international. Angesichts des Rechtsrucks und steigender Queerfeindlichkeit ist es umso wichtiger, dass queere Communities in ihrer Vielheit eng zusammenstehen und ihre Interessen für Sichtbarkeit, Akzeptanz und Gleichberechtigung gegenüber Politik und Mehrheitsgesellschaft selbstbewusst und mit geeinten Kräften vertreten. Das Queere Netzwerk NRW vertritt als kontinuierlich wachsender Landesverband einen großen Teil der queeren Communities in NRW und bündelt ihre Stimmen.

„Brückenbauen ist nicht immer einfach, doch das Ringen um gemeinsame Lösungen und Kompromisse zahlt sich langfristig aus. Die eindrucksvolle Marke von 100 Mitgliedsgruppen ist der Beweis dafür, dass die queeren Communities in NRW trotz ihrer Heterogenität zusammenhalten. Wir sind davon überzeugt, dass uns dieses Wachstum noch handlungs- und durchsetzungsfähiger macht. Diese Stärke bringen wir selbstbewusst und fachlich kompetent in die Queerpolitik in NRW ein.“, so der Vorstand des Queeren Netzwerks NRW.

Die Mitgliedschaft im Queeren Netzwerk NRW steht gemeinnützigen Organisationen und Initiativen offen. Auch nicht formal organisierte Gruppen können Teil des Netzwerks werden, sofern sie im Sinne der Satzungsziele tätig sind. Diese Offenheit ist ein wesentlicher Faktor für die lebendige und vielfältige Struktur des Verbandes.

Die Mitgliedsgruppen wählen im zweijährigen Turnus den sechs- bis achtköpfigen Vorstand, der die Netzwerkarbeit repräsentiert sowie die Fachstellen und Projekte des Queeren Netzwerks NRW strategisch lenkt.

Mitmach-Kampagne zum IDAHOBITA 2026: Demokratie ist Teamsport!

Am 17. Mai 2026 ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter*, Trans* und Asexuellenfeindlichkeit – der IDAHOBITA (auch IDAHOT, IDAHOBIT).

Der Aktionstag erinnert an das Datum, an dem die Weltgesundheitsorganisation beschloss, Homosexualität nicht mehr als Krankheit zu werten. Das war 1990 – vor 36 Jahren! Selbst heute ist die Idee, Queerness sei eine Krankheit oder eine Ideologie, leider noch weitverbreitet. Deswegen fordern queere Menschen am IDAHOBITA: Schluss mit Queerfeindlichkeit und Diskriminierung! Für eine Gesellschaft, in der LSBTIAQ* überall willkommen sind!

Dieses Jahr starten das Queere Netzwerk NRW und der Landessportbund NRW die gemeinsame Mitmach-Kampagne „Demokratie ist Teamsport!“. Die Kampagne knüpft an das internationale Motto „At the heart of democracy“ ("Im Herzen der Demokratie") an, das dazu aufruft, demokratische Werte zu schützen. Sie ist ein Appell, auch in schwierigen Phasen und bei Uneinigkeiten stets solidarisch miteinander zu sein und jederzeit für Vielfalt, Gleichheit und Gerechtigkeit einzustehen. 

So könnt ihr euch beteiligen:

Macht eure Umgebung bunt! Nutzt unser kostenfreies Material (Banner und Poster zum Selbstdrucken bei SAXOPRINT), um mit uns ein Zeichen für Demokratie und gegen Queerfeindlichkeit zu setzen! Ihr könnt es hier downloaden (s.u.). Zusätzlich könnt ihr unsere Infomaterialien kostenfrei und/oder gegen eine geringe Schutzgebühr in unserem Shop bestellen und verteilen.

Dann gilt es, kreativ zu werden: Hisst unser Banner vor eurem Jugendtreff oder Beratungszentrum, in eurem Vereinsraum, in eurer Kantine oder auf eurem Campus! Hängt das Kampagnenposter in euren Räumlichkeiten auf. Kurz: zeigt euren Mitmenschen, dass ihr für Demokratie und queere Rechte einsteht.

Werdet online sichtbar:

Nutzt unser kostenfreies Social Media-Material (Download s.u.)! Schlüpft in eure besten Sportoutfits und posiert mit Bällen und Regenbogenaccessoires für ein Foto mit dem Banner oder dem Poster und postet es am 17.5. anlässlich des #IDAHOBITA!

Gemeinsam wollen wir an diesem Aktionstag ein starkes Zeichen setzen. Wenn ihr euren Beitrag und/oder eure Story markiert (Instagram: @queeresnetznrw, @landessportbund_nrw / Facebook: @Queeres Netzwerk NRW, @Landessportbund Nordrhein-Westfalen e. V.), teilen wir eure Beiträge auf Facebook oder Instagram über unsere Story-Funktion!

Ihr habt Fragen oder Anregungen? Meldet euch gerne per E-Mail an: pr@queeres-netzwerk.nrw

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Bewegendes Gedenken an die queeren Opfer der NS-Zeit 2026

Wie jedes Jahr luden die Landesverbände Queeres Netzwerk NRW, LSVD+ NRW und Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW mit der ARCUS-Stiftung auch 2026 anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar zum Gedenken an die queeren Opfer des Nationalsozialismus am Mahnmal „totgeschlagen – totgeschwiegen“ ein.

Trotz regnerischen Wetters fanden sich knapp 150 Menschen ein, um mit einer Schweigeminute und Blumenniederlegung im Rahmen des Gedenkens ein kraftvolles Signal gegen Ausgrenzung, Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft zu senden. Auch der WDR war dieses Mal mit einem Kamerateam präsent und zeichnete die Versammlung für die Sendung Lokalzeit auf.

In der diesjährigen Gedenkrede betonte Bürgermeisterin Maria Helmis-Arend die Bedeutung der Anerkennung aller Opfergruppen des Nationalsozialismus. Demokratische Erinnerungsarbeit sei angesichts eines erstarkenden Rechtsextremismus und wachsender Hasskriminalität gegen queere Menschen und andere marginalisierte Gruppen besonders dringlich: „Wer die Demokratie schützen will, muss ihre Grundlagen ernst nehmen. Und dazu gehört die Anerkennung derer, die zu lange am Rand standen. Gedenkarbeit muss daher als demokratische Praxis definiert werden. Sie schafft Öffentlichkeit – für das, was zu oft unsichtbar blieb. Und sie stiftet Vertrauen – in einen Staat, der aus seiner Geschichte lernt.“

Das Gedenken wurde wieder musikalisch umrahmt vom Chor der Zauberflöten, die auch als Paten des Mahnmals fungieren.

Ein großer Dank gilt zudem den zahlreichen Teilnehmenden, die sich trotz Nässe und Kälte für eine würdevolle und bewegende Gedenkveranstaltung zusammengefunden haben.

„Wähl Liebe“: Kampagne zu den Kommunalwahlen NRW 2025

Am 14. September 2025 stehen die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen an: Alle Wählenden haben es in der Hand, mit ihrem Kreuz auf dem Wahlzettel zu beeinflussen, wie es für unsere Städte und Gemeinden weitergeht! Gerade in Zeiten, in denen antidemokratische Kräfte an den Grundfesten unserer Demokratie rütteln, sind Stimmen für demokratische Parteien wichtiger denn je.

Um zur Wahl demokratischer Parteien aufzurufen, hat das Queere Netzwerk NRW mit Unterstützung des CSD Deutschland die Social Media Kampagne WÄHL LIEBE ins Leben gerufen: Mit einer Vielzahl an Kacheln können alle, die wollen, sich an der Kampagne beteiligen und die Kampagnenmotive auf Facebook oder Instagram posten. Das Social Media-Paket steht unten frei zum Download zur Verfügung.

Verwendet auch gerne unsere digitale Handreichung mit queeren Impulsen zur Kommunalwahl, die euch Anregungen und hilfreiche Tipps gibt, wie und welche Forderungen ihr für eine queerfreundlichere Kommunalpolitik stellen könnt.

Lasst uns das Netz gemeinsam bunt machen und Vielfalt stärken!

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