Neue Broschüre: „Queere Jugendarbeit in Wissenschaft und Forschung: Eine Bestandsaufnahme“
Welches Wissen haben wir über queere Jugendarbeit – und wie kann Forschung sie weiter stärken?
„Queere Jugendarbeit“ hat sich – ursprünglich meist selbstorganisiert und ehrenamtlich getragen – als eigenständiges Feld innerhalb der Jugendarbeit etabliert. Doch bislang fehlt es an einem Überblick über bestehende Ressourcen für Fachkräfte, um die Gestaltung passender Angebote für queere Jugendliche zu unterstützen und mehr Handlungssicherheit zu geben.
Unsere neue Broschüre „Queere Jugendarbeit in Wissenschaft und Forschung: Eine Bestandsaufnahme“, verfasst von Noah Joris Munding, liefert erstmals eine strukturierte Bestandsaufnahme zu Publikationen zu „Queerer Jugendarbeit“ im deutschsprachigen Raum. Sie zeigt, was bereits erforscht wurde, wo Leerstellen bestehen und welche Themen zukünftige Forschung aufgreifen sollte, um Ergebnisse für die Arbeit mit LSBTIAQ+-Jugendlichen nutzbar zu machen.
Entstanden im Projekt „Das kann queere Jugendarbeit!“ ist sie ein Aufschlag und Appell für mehr Verzahnung von Wissenschaft und Praxis im Arbeitsfeld.
Die Broschüre kann ab jetzt in unserem Online-Shop kostenfrei heruntergeladen oder für Adressen in NRW kostenfrei bestellt werden.
Sorgerechtsentzug von Müttern mit lesbischen Beziehungen – Zeitzeug*innen gesucht
Inwieweit nordrhein-westfälische Gerichte Müttern das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen, wenn bekannt war, dass die Mütter lesbisch lebten oder im Verdacht standen, lesbisch zu sein – das erforscht aktuell die Historikerin Dr. Kirsten Plötz für das Queere Netzwerk NRW. Diese bisher weitgehend unbekannte Geschichte der Diskriminierung lesbischer Frauen soll aufgedeckt und ins öffentliche Bewusstsein gebracht werden. Erforscht wird diese Geschichte für den Zeitraum von 1946 bis 2000.
Die Befragung von Zeitzeug*innen ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Forschungsprojekts. Zeitzeug*innen können die betroffenen Frauen und/oder deren Kinder sein, Familienangehörige, Freund*innen, Richter*innen, Justizangestellte oder Mitarbeitende der Jugendämter – kurz: alle, die auf persönlicher oder beruflicher Ebene Kenntnis von solchen Sorgerechtsangelegenheiten haben.
Die Herausforderung hierbei ist Zeitzeug*innen zu finden, die bereit und in der Lage sind, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Hierfür bitten wir die queere Community in NRW um Unterstützung:
- Am 15.05.2024 wird Kirsten Plötz im Rahmen einer Online-Veranstaltung über den Hintergrund des Projekts informieren, erste Forschungsergebnisse präsentieren und eure Fragen dazu beantworten. Wir freuen uns über zahlreiche Anmeldungen über: info@queeres-netzwerk.nrw.
- Falls ihr Interesse habt eine Veranstaltung zum Forschungsprojekt, bzw. Sorgerechtsentzug bei euch vor Ort zu organisieren und so die Information weiter zu verbreiten, kommt Kirsten Plötz auch sehr gerne in eure Stadt oder Gemeinde. Hierfür könnt ihr sie gerne direkt kontaktieren über: sorgerecht@queeres-netzwerk.nrw
Für die Suche nach Zeitzeug*innen haben wir eine Postkarte erstellt, die wir möglichst weit verbreiten wollen. Ihr habt die Möglichkeit, uns hierbei zu unterstützen, indem ihr sie in euren Räumen oder auf Info-Tischen auslegt.
Download: Postkarte "Zeitzeug*innen gesucht"
Hier könnt ihr sie kostenfrei bestellen:
Bitte ein gültiges Formular wählen
Für Rückfragen zum Projekt meldet euch bitte hier: sorgerecht@queeres-netzwerk.nrw