Bewegendes Gedenken an die queeren Opfer der NS-Zeit 2026

Wie jedes Jahr luden die Landesverbände Queeres Netzwerk NRW, LSVD+ NRW und Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW mit der ARCUS-Stiftung auch 2026 anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar zum Gedenken an die queeren Opfer des Nationalsozialismus am Mahnmal „totgeschlagen – totgeschwiegen“ ein.

Trotz regnerischen Wetters fanden sich knapp 150 Menschen ein, um mit einer Schweigeminute und Blumenniederlegung im Rahmen des Gedenkens ein kraftvolles Signal gegen Ausgrenzung, Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft zu senden. Auch der WDR war dieses Mal mit einem Kamerateam präsent und zeichnete die Versammlung für die Sendung Lokalzeit auf.

In der diesjährigen Gedenkrede betonte Bürgermeisterin Maria Helmis-Arend die Bedeutung der Anerkennung aller Opfergruppen des Nationalsozialismus. Demokratische Erinnerungsarbeit sei angesichts eines erstarkenden Rechtsextremismus und wachsender Hasskriminalität gegen queere Menschen und andere marginalisierte Gruppen besonders dringlich: „Wer die Demokratie schützen will, muss ihre Grundlagen ernst nehmen. Und dazu gehört die Anerkennung derer, die zu lange am Rand standen. Gedenkarbeit muss daher als demokratische Praxis definiert werden. Sie schafft Öffentlichkeit – für das, was zu oft unsichtbar blieb. Und sie stiftet Vertrauen – in einen Staat, der aus seiner Geschichte lernt.“

Das Gedenken wurde wieder musikalisch umrahmt vom Chor der Zauberflöten, die auch als Paten des Mahnmals fungieren.

Ein großer Dank gilt zudem den zahlreichen Teilnehmenden, die sich trotz Nässe und Kälte für eine würdevolle und bewegende Gedenkveranstaltung zusammengefunden haben.

Austausch und Empowerment beim Queeren Neujahrsempfang 2025

Austausch und Vernetzung, gegenseitiges Empowerment und – last but not least – das gemeinsame Anstoßen auf das neue politische Jahr 2025:

Am 24. Januar luden die NRW-Landesverbände Queeres Netzwerk NRW, LSVD+ NRW und NGVT* NRW ihre Mitglieder sowie Vertretende von Politik und Medien zum feierlichen Queeren Neujahrsempfang im Bilker Bunker in Düsseldorf.

Laura Becker (Vorstand Queeres Netzwerk NRW) und Frank Bauer (LSVD+ NRW) begrüßten die Anwesenden mit einer kämpferischen Rede, in der sie die aktuellen Herausforderungen ansprachen und sowohl den Rechtsruck als auch die populistischen Tendenzen im Bundestagswahlkampf 2025 scharf kritisierten.

In Bezug auf hart erstrittene Rechte wie das neu in Kraft getretene Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) richtete Frank Bauer einen dringlichen Appell an die demokratischen Parteien: „Wir lassen nicht zu, dass das SBGG nun auf Kosten von TIN-Menschen für verantwortungslose Wahlkampfrhetorik missbraucht wird, um an den rechten Rändern auf Stimmenfang zu gehen! ALLE demokratischen Parteien sollten hier sehr auf ihre Wortwahl achten und bei der Wahrheit bleiben!“

Laura Becker verkündete auch die frohe Neuigkeit, dass die Fachstelle #MehrAlsQueer, die letztes Jahr fast den Haushaltskürzungen zum Opfer gefallen wäre, dank des massiven Widerstands der queeren Communities fortgeführt wird: „Die Fachstelle kann ihre wichtige Arbeit mit und für queere Bi_PoC fortsetzen – ein Erfolg, der nicht als solcher bezeichnet werden sollte. Denn eigentlich sollte die Existenz von #MehrAlsQueer eine Selbstverständlichkeit sein.“ Sie dankte der ebenfalls anwesenden Ministerin Josefine Paul (Chancen NRW) ausdrücklich dafür, die Streichung von #MehrAlsQueer zurückgenommen zu haben. Laura Becker führte fort, dass diese Umkehr beweise, „dass massiver Widerstand Wirkung zeigt. Und es belegt, was wir erreichen können, wenn wir – die Communities – mit gebündelten Kräften an einem Strang ziehen!“

Ein großes Dankeschön gilt allen Teilnehmenden und Helfenden für einen erinnerungswürdigen Start in das Jahr 2025.

© Titelbild: Dietrich Dettmann (FRESH)

Gedenken an die queeren Opfer der NS-Zeit am Holocaust-Gedenktag 2025

Am 27. Januar (Holocaust-Gedenktag) gedachten wir der queeren Opfer des Nationalsozialismus. Über 150 Menschen fanden sich zusammen, um am Mahnmal „totgeschlagen – totgeschwiegen“ in Köln Blumen nieder- und eine gemeinsame Schweigeminute einzulegen.

Birgit Bungarten (Queeres Netzwerk NRW) kritisierte in ihrer Begrüßungsrede die aktuelle Rhetorik im Bundestagswahlkampf und mahnte vor dem wachsenden Rechtsextremismus: „Mit der Geschichte, die wir heute wachhalten, wird von einigen politischen Vertreter*innen ein allzu leichtfertiges, verantwortungsloses und gefährliches Spiel gespielt …“

Die Gedenkrede hielt Martin Sölle vom Centrum Schwule Geschichte. Er dankte denjenigen, die unermüdlich die Erinnerung wachhalten und appellierte zum Widerstand gegen Demokratiefeind*innen: „Wir müssen offensiv und argumentativ solchen Parolen entgegen treten, auftreten gegen queerfeindliche Hetze und erst recht gegen queerfeindliche Übergriffe!“

Das Gedenken wurde gemeinsam durchgeführt mit LSVD+ NRW, Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW und ARCUS-Stiftung.

Aufzeichnung