CSD-Empfang: Eintritt ist und bleibt FREI!

Seit letzter Woche kursiert die falsche Info, dass der diesjährige CSD-Empfang 24€ Eintritt kostet. Wir entschuldigen uns für die Verwirrung und weisen hiermit ausdrücklich darauf hin: Der Eintritt zum CSD-Empfang ist und bleibt FREI!

Der gemeinsame CSD-Empfang des Queeren Netzwerks NRW und der Aidshilfe NRW findet dieses Jahr am 20. Juli im Maritim Hotel Köln im Rahmen des colognepride statt. Über 800 Geladene aus unseren Mitgliedsorganisationen, aus kooperierenden Verbänden, aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur nehmen an der Veranstaltung teil. Ein Highlight ist die feierliche Verleihung der Kompassnadel – dieses Jahr geht die queere Auszeichnung an Publizistin Carolin Emcke.

Der CSD-Empfang 2024 wird durchgeführt in Kooperation mit IWWIT.

Anmeldung CSD-Empfang 2024

Ihr wollt an dem Event teilnehmen? Wir freuen uns über eure Anmeldung über das offizielle Anmeldeformular.

Lesben gestalten!

Am 26. April ist der Internationale „Tag der lesbischen Sichtbarkeit“ (International „Lesbian Visibility Day“).

Wir möchten den Anlass nutzen, um zur Teilnahme am besonderen Organ (BO) LAG Lesben einzuladen: Hier kannst du aktiv die lesbische Community im Queeren Netzwerk repräsentieren und unterstützen!

Die LAG Lesben bietet eine Plattform für Vernetzung, Austausch und politische Mitsprache. In diesem Rahmen kannst du dazu beitragen, dass Lesben stärkende Räume erfahren und ihre Stimme gehört wird.

Die aktive Mitarbeit bietet die Möglichkeit, Aktionen zu organisieren oder inhaltliches Wissen zu erarbeiten sowie Vorschläge zu diskutieren, die dann ins Queere Netzwerk eingebracht werden.

Genau dein Ding? Dann melde dich gerne mit dem Betreff "BO LAG Lesben" unter info@queeres-netzwerk.nrw und werde Teil der Bewegung für lesbische Sichtbarkeit und Solidarität! Wir freuen uns auf dich und dein Engagement!

Wir wünschen einen inspirierenden, empowernden Aktionstag!

Material

Download: "Lesben gestalten!" - Einladung zur Teilnahme am besonderen Organ (BO) LAG Lesben

IDAHOBITA 2024: Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit für alle!

Im Dezember 2023 feierte die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ihr 75. Jähriges Jubiläum: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ – Für viele LSBTIAQ* Menschen in Deutschland und weltweit gilt dies auf Gesetzesebene und auf der Ebene gesellschaftlicher Teilhabe noch immer nicht!

Am 17. Mai ist Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter*-,Trans*-,  und Asexuellenfeindlichkeit – der IDAHOBITA (auch IDAHOT, IDAHOBIT).

Der Aktionstag erinnert an das Datum, an dem die Weltgesundheitsorganisation beschloss, Homosexualität nicht mehr als Krankheit zu werten. Das war 1990, vor 34 Jahren. Aber auch heute ist die Idee, queere Identität sei eine Krankheit oder eine Ideologie, noch weit verbreitet. Queere Menschen fordern am IDAHOBITA darum: Schluss mit Queerfeindlichkeit und Diskriminierung! Für eine Gesellschaft, in der LSBTIAQ* Personen überall willkommen sind!

Das Erstarken rechter Gruppierungen in Deutschland und weltweit schafft Verunsicherung bei LSBTIAQ* Menschen. Dieses Jahr stehen viele Wahlen in Deutschland an: Die Europawahl sowie Wahlen in mehreren Landkreisen und Kommunen. Rechtskonservative und rechtsextremistische Gruppen haben größere Chancen als je zuvor, sich Gehör zu verschaffen und Wahlen zu gewinnen. Sie verschieben den politischen Diskurs, machen Unsagbares sagbar und nehmen mit Hass und Hetze gegen verschiedenste Personengruppen und Minderheiten zunehmend Raum ein. Sie bedrohen Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit – und damit im Ergebnis unsere Demokratie. Deshalb ist es gerade jetzt so wichtig, Haltung zu zeigen und unsere gemeinsame Arbeit für ein respektvolles Miteinander zu stärken und zu intensivieren!

Der diesjährige IDAHOBITA ruft zu Geschlossenheit und Einheit auf: Nur durch gegenseitige Solidarität können wir eine Welt ohne Ungerechtigkeit schaffen, in der alle mitgenommen werden!

Nachfolgend finden sich Informationen dazu, wie ihr uns am und um den 17. Mai 2024 dabei unterstützen könnt, laut und sichtbar für queere Rechte einzutreten.

Wie könnt ihr mitmachen?

Macht eure Umgebung bunt!

Nutzt unser Material, um mit uns ein Zeichen gegen Queerfeindlichkeit zu setzen! Hier findet ihr Druckdateien für Banner und Poster sowie eine Möglichkeit, unsere LSBTIAQ*-Willkommen-Aufkleber zu bestellen.

Dann gilt es, kreativ zu werden: Hisst unser Banner vor eurem Jugendtreff oder Beratungszentrum, in eurem Vereinsraum, in eurer Kantine oder auf eurem Campus! Klebt unseren Aufkleber an eure Bürotür oder hängt das Kampagnenschild in eurem Wartezimmer auf. Also kurz: zeigt euren Mitmenschen, dass ihr mit ihnen einen vielfältigen, diskriminierungsfreien Alltag gestalten möchtet.

Werdet online sichtbar!

Nutzt unser Social Media-Material und/oder macht ein Foto mit eurem Banner, euren Aufklebern oder Schildern und postet es mit uns am 17.5. anlässlich des #IDAHOBITA!

Gemeinsam wollen wir an diesem Aktionstag ein starkes Zeichen setzen. Wenn ihr uns in eurem Beitrag und/oder eurer Story markiert (Instagram: @queeresnetznrw / Facebook: @Queeres Netzwerk NRW) und/oder als Co-Autor*in einladet, haben wir die Möglichkeit, Beiträge auf Facebook und Instagram zu teilen und damit eine große digitale „Collage“ zu erstellen!

Ihr habt keinen eigenen Account? Kein Problem: schickt uns euer Foto bis zum 16.5. an pr@queeres-netzwerk.nrw. Schreibt uns ein paar Sätze als Begleittext dazu (z.B.: welche Organisationen sind beteiligt? Wer ist zu sehen? Wo wurde es aufgenommen? Wer hat das Foto gemacht?) und wir posten euren Beitrag über die Kanäle des Queeren Netzwerks NRW.

Material zum Download

Bestellung: Aufkleber "LSBTIAQ* Willkommen"
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Das Selbstbestimmungsgesetz ist beschlossen!

Der Bundestag hat das Selbstbestimmungsgesetz verabschiedet!

Für trans*, nicht-binäre und inter* Erwachsene ist es endlich möglich ihren Geschlechtseintrag und/oder ihre(n) Vornamen ohne Gutachten oder ein ärztliches Attest ändern zu lassen: durch eine Selbsterklärung beim Standesamt nach vorheriger Anmeldung.

Das Gesetz tritt am 1.11.2024 in Kraft. Ab dem 1.8.2024 können Vornamens- und Personenstandsänderungen nach dem Selbstbestimmungsgesetz beim Standesamt angemeldet werden.

Wir feiern, dass das trans*feindliche TSG mit der Zwangsbegutachtung endlich abgelöst wird und dass die Attestpflicht für inter* Menschen (aus dem §45 b des Personenstandsgesetzes) wegfällt. Dieser historische Schritt wurde möglich durch die jahrzehntelange Arbeit von trans* und inter* Community-Vertreter*innen.

Gleichzeitig enthält auch das jetzt verabschiedete Selbstbestimmungsgesetz Einschränkungen der geschlechtlichen Selbstbestimmung. So benötigen Minderjährige ab 14 Jahren die Zustimmung der Sorgeberechtigten (die vom Familiengericht ersetzt werden kann). Und für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren können nur die gesetzlichen Vertreter*innen die Erklärung abgeben. Neu eingeführt wurde die Erfordernis einer Beratungserklärung für Minderjährige und gesetzliche Vertreter*innen. Und viele Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft können das Selbstbestimmungsgesetz nicht nutzen.

Für viele trans*, nichtbinäre und inter* Menschen ist es eine Erleichterung, dass die in den Gesetzesentwurf aufgenommene Regelung zur automatisierten Datenübermittlung an Sicherheitsbehörden im verabschiedeten Gesetz nicht enthalten ist.

Andere Regelungen aus dem Gesetzesentwurf wie der so genannte „Hausrechtsparagraf“, die auf ein Misstrauen gegenüber trans* Menschen und einer Sorge vor einem (angeblichen) Ausnutzen des Gesetzes basieren, wurden jedoch beibehalten.

Als Queeres Netzwerk NRW setzen wir uns gemeinsam mit Kooperationspartner*innen für eine vollständige Selbstbestimmung von trans*, nichtbinären und inter* Menschen ein. Bei der Selbstbestimmung darf es keine Kompromisse geben!

Queerer Neujahrsempfang 2024

Am 2. Februar haben wir im Gerhart-Hauptmann-Haus zusammen mit NGVT* NRW und LSVD NRW den Queeren Neujahrsempfang 2024 veranstaltet: Die Teams unserer Fachstellen, queeren Vereine, queerer Mitgliedsgruppen und Initiativen in NRW sowie Politiker*innen hatten hier die Gelegenheit, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Auch nicht fehlen durfte eine Begrüßungsrede, die Laura Becker (Vorstand Queeres Netzwerk) und Arnulf Sensenbrenner (LSVD NRW) hielten. Sie nutzten die Gelegenheit für einen dringlichen Appell an die anwesende Ministerin Josefine Paul vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen sowie an andere anwesende Politiker*innen zur Beseitigung derzeitiger Schieflagen und Missstände.

Sie blickten aber auch auf die großen Erfolge des vergangenen Jahres zurück: zum Beispiel die Fusion der LAG Lesben mit dem Queeren Netzwerk oder auf die Meilensteine der queeren Bildungs- und Aufklärungsarbeit unserer Fachstellen. So endete die Rede mit einem empowernden Aufruf:

„Lasst uns mit und als Menschen in den Dialog treten, lasst uns unsere Perspektiven erklären und auf Fragen antworten, lasst uns gemeinsam lernen, lasst uns zusammen neue Vereine gründen, ehrenamtlich aktiv werden, in demokratische Parteien und Gewerkschaften eintreten und damit demokratische Strukturen nachhaltig festigen: als queere Communities!“

Wir danken allen Teilnehmer*innen sowie allen Helfer*innen von ganzem Herzen dafür, ein unvergessliches Event beschert zu haben.

Gedenken an die queeren Opfer des Nationalsozialismus am Holocaust-Gedenktag 2024

Am Mahnmal „totgeschlagen – totgeschwiegen“ an der Hohenzollernbrücke in Köln versammelten sich am 27. Januar (Holocaust-Gedenktag) über 150 Menschen, um zum Gedenken an die queeren Opfer des Nationalsozialismus Blumen nieder- und eine gemeinsame Schweigeminute einzulegen.

Laura Becker (Vorstand Queeres Netzwerk) begrüßte die Teilnehmenden und betonte, dass dieses Gedenken nicht nur der Erinnerung der verfolgten und ermordeten Mitglieder queerer Communities diene, sondern auch ein Protest sei: Gegen den Rechtsruck in unserer Gesellschaft und zunehmende Queerfeindlichkeit.

„Auch heute weht durch Deutschland wieder der Geist des Faschismus.“ mahnte auch Sven Lehmann, Queer-Beauftragter der Bundesregierung und Kölner MdB, und folgerte, dass es umso wichtiger sei, dass Deutschland JETZT aufstehe. Er begrüßte die aktuellen deutschlandweiten Proteste, an denen bis dato schon über 1 Millionen Menschen teilgenommen haben: „Keinen Millimeter mehr nach rechts!“

Als Hauptredner*innen traten die evangelischen Pfarrer*innen Janneke Botta und Tim Lahr auf. Sie reflektierten u.a. die Schuld, die die Kirche zu Zeiten des Nationalsozialismus auf sich geladen habe. Und auch heute noch sei die Kirche kein sicherer Ort für alle … „Doch wir glauben daran, dass Gott es anders erdacht hat, als die Kirche es gemacht hat!“ So hofften sie darauf, dass sich die Welt an den Schmerz der Vergangenheit erinnere und „wir es besser machen werden in der Zukunft: Und die beginnt jetzt.“

Wir danken den Redner*innen für ihre sowohl bewegenden als auch mutmachenden Worte. Wir danken auch den Zauberflöten, die mit ihrer musikalischen Umrahmung für Gänsehaut gesorgt haben. Und natürlich danken wir allen Teilnehmenden: so viele wie dieses Mal waren wir noch nie – was für ein schönes und kraftvolles Signal unserer Communities!

Das Gedenken wurde gemeinsam durchgeführt mit dem LSVD NRW, Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans NRW e.V. und der ARCUS-Stiftung.

Ihr habt die Veranstaltung verpasst? Kein Problem: Die Aufzeichnung des Gedenkens findet ihr auf YouTube.

Wir freuen uns auch, dass der Kölner Stadt-Anzeiger und die Kölnische Rundschau vor Ort waren und berichtet haben. Die Artikel findet ihr hier:
Bericht Kölner Stadt-Anzeiger
Bericht Kölnische Rundschau

Statement zur bevorstehenden Reform des Abstammungsrechts

Die Fachstelle Regenbogenfamilien NRW begrüßt es, dass nun endlich die bevorstehende Reform des Abstammungsrechts in einem Eckpunktepapier des Bundesjustizministeriums konkretisiert worden ist.

Wir freuen uns über die Vorschläge, wie die gemeinsame Mutterschaft bei gleichgeschlechtlichen Paaren zukünftig geregelt werden soll. Für Kinder, die in Zweimütterfamilien hineingeboren werden, würde damit zukünftig die Stiefkindadoption wegfallen.

Ebenfalls positiv sehen wir die angedachten vorgeburtlichen Regelungen durch verbindliche Elternschaftsvereinbarungen. Auf diesem Weg könnten Mütter und samenspendende Personen bereits vor der Empfängnis notarielle Vereinbarungen über rechtliche Elternschaft, Sorge- und Umgangsrechte treffen können. In Mehrelternfamilien sollen zukünftig sorgerechtliche Befugnisse und Umgangsrechte vertraglich auf bis zu zwei zusätzliche Personen übertragen werden können. Auch private Samenspenden sollen zukünftig im Samenspenderregister registriert werden können.

Neben diesen positiven Reformvorschlägen enthält das Papier jedoch auch Punkte, die dringend nachgebessert werden müssen: Vor allem die Diskriminierung von trans*, inter* und nichtbinären Eltern wird durch das vorliegende Papier nicht thematisiert und behoben.

Kritisch sehen wir zudem, dass das Papier keine Rückwirkung der Regelungen vorsieht. Das würde bedeuten, laufende Verfahren der Stiefkindadoption würden von der Reform nicht profitieren.

Hoffnung macht der skizzierte zeitliche Rahmen der Reform: Ein Abschluss des Prozesses wird noch für dieses Jahr angestrebt. Das Queere Netzwerk NRW und die Fachstelle Regenbogenfamilien NRW werden den Reformprozess weiterhin kritisch begleiten und kommentieren.

Weiterführende Links:

Aktivistin Brigitte Maser verstorben

Erst kürzlich erreichte auch uns die Nachricht, dass Brigitte Maser (18.9.1955 - 10.11.2023), freie Journalistin und feministisch-lesbische Aktivistin, im letzten November nach längerer Krankheit verstorben ist.

Zwei ältere Männer posieren für ein Foto bei einer Veranstaltung.

Brigitte hat sich zeitlebens für die Sichtbarkeit von Lesben in den LSBTIQ* Communities eingesetzt. Lebenslang betonte sie das Miteinander und wirkte Spaltungen politischer Gruppen sowie Ausgrenzung innerhalb der Communities entgegen.

Unsere Communities haben mit Brigitte eine unermüdliche Wegbereiterin, wichtige politische Stimme, treue Begleiterin und gute Freundin verloren. Auch wir trauern um sie und drücken allen Angehörigen und Freund*innen unser Beileid aus.

Die vollständige Würdigung, die Irene Franken anlässlich des Todes von Brigitte Maser verfasst hat, findet ihr auf der Webseite des Kölner Frauengeschichtsvereins.