Neue Broschüre für Fachkräfte: Qualitätsstandards für queere Jugendangebote
Was macht „gute“ queere Jugendarbeit eigentlich aus? Die neue Broschüre „Qualitätsstandards für queere Jugendangebote“ von Rena Berger (Projekt „Das kann queere Jugendarbeit!“) schließt endlich eine zentrale Lücke im Arbeitsfeld queerer Jugendarbeit. Sie kann ab sofort im Online-Shop des Queeren Netzwerks NRWkostenfrei bestellt oder heruntergeladen werden.
Gemeinsam mit Fachkräften aus der Praxis wurden im Rahmen des Projekts "Das kann queere Jugendarbeit!" Qualitätsstandards für NRW entwickelt, die die vielfältigen Handlungsfelder queerer Jugendangebote systematisch erfassen. Dies umfasst etwa gelebte Partizipation, eine intersektionale Haltung, strukturelle Rahmenbedingungen, benötigte Beratungs- und Verweisungskompetenz, Spezifika in Schutzkonzepten, spezifisches Fachwissen sowie Selbstreflexion und Selbstfürsorge. Die Broschüre liefert neben den Qualitätsstandards auch Grundlagenwissen zum Arbeitsfeld.
Die Qualitätsstandards sind ein Aufschlag für einen gemeinsamen Handlungsrahmen mit dem Ziel der Umsetzung und Weiterentwicklung an den vielfältigen Standorten queerer Jugendarbeit in NRW. Die Broschüre richtet sich insbesondere an Fachkräfte und Verantwortliche in Trägerstrukturen, aber auch an Ehrenamtliche und Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft und Fachöffentlichkeit.
Die Broschüre wird durch ein Poster ergänzt, auf dem die 30 formulierten Standards im Überblick zu sehen sind.
Am 26. März 2026, 12-13:30 Uhr, findet ein digitales Release-Event statt. Rena Berger (Projekt „Das kann queere Jugendarbeit!“), Béla Funk (Fachstelle Queere Jugend NRW) und Benjamin Kinkel (Geschäftsführung Queeres Netzwerk NRW) sprechen über Inhalt und Aufbau der Broschüre und geben einen Ausblick auf die geplante Etablierung der Qualitätsstandards in der Praxis. Im Anschluss wird es Raum für Fragen geben.
Widerstand und Resilienz: Queerer Neujahrsempfang 2026
Der Queere Neujahrsempfang der Landesverbände Queeres Netzwerk NRW, LSVD+ NRW und NGVT* NRW stand im Zeichen geeinter queerer Communities, ihrer Resilienz und des weiterhin notwendigen Widerstands. Über hundert Teilnehmende aus Mitgliedsgruppen und Politik versammelten sich am 30. Januar im Kolpingsaal des Düsseldorfer Townhouse für einen Abend des Austauschs und Empowerments.
Laura Becker, Vorstandssprecherin des Queeren Netzwerks NRW, konzentrierte sich in ihrer Begrüßungsrede weniger auf die weltpolitische Schieflage als vielmehr auf landesbezogene Inhalte und lobte die Facharbeit der queeren Communities: etwa die Erarbeitung von Qualitätsstandards für die queere Jugendarbeit oder die Beratung von Kommunen und die damit einhergehende konkrete Verbesserung des Lebensalltags queerer Menschen in NRW. Die Qualität der Arbeit zeige sich unter anderem auch an der immensen Nachfrage des Informationsmaterials über den Shop des Queeren Netzwerks NRW. Zahlreiche Publikationen, zum Beispiel die Broschüren „Queere Kommunalpolitik“ oder „Gut versorgt?!“ seien schnell vergriffen gewesen. Das belege die immensen Bedarfe nach Aufklärung und Sensibilisierung. Angesichts der Erstarkung rechtsextremer und populistischer Kräfte hob sie den wirkungsvollen Widerstand durch die mutigen CSDs sowie die Demokratiearbeit der Communities im Allgemeinen hervor: „Damals wie heute gilt, dass Widerstand gegen Hass, Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung ein Einsatz für Demokratie ist. Wenn ich von Widerstand spreche, dann meine ich immer genau das: demokratisch handeln!“ Neben einem kurzen Ausblick auf die im April anvisierte Fusion mit dem NGVT* NRW erinnerte sie an die wegweisende Gründung der LAG Lesben in NRW 1996 und die bis heute wichtige Sichtbarkeit lesbischen Engagements innerhalb queerer Communities. Laura Becker beendete die Rede mit dem Versprechen, dass „wir als Queeres Netzwerk NRW nicht lockerlassen und unsere Arbeit für queere Akzeptanz fortsetzen werden. Wir werden sichtbar sein, den Finger in die Wunde legen und die demokratische Mehrheitsgesellschaft in die Pflicht nehmen! Wir werden das mit vielen unterschiedlichen Maßnahmen und Strategien machen, aber vor allem werden wir gemeinsam als queere Communities zukünftig Brücken schlagen und Menschen mitnehmen.“
Stellenausschreibung: Projektreferent*in Q_Munity
Das Queere Netzwerk NRW ist der landesweite Fach- und Dachverband der LSBTIAQ*-Selbsthilfe mit mehr als 90 Mitgliedsgruppen aus ganz NRW. Wir bieten Vernetzung, Bildung, Beratung und Empowerment zu Themen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt für Nordrhein-Westfalen. Unser Projekt Q_munity - Rassismuskritische queere Jugendarbeit im Kontext von Flucht und Migration schafft in enger Kooperation mit lokalen Partner*innen geschützte Räume für junge Queers of Color und bietet Empowerment-Workshops für Multiplikator*innen an. Außerdem bietet Q_munity Beratung und Fortbildungen für Fachkräfte an und führt landesweite Vernetzungstreffen durch.
Wir suchen zum 01.04.2025oder später eine*n engagierte*n Projektreferent*in Q_Munity - Rassismuskritische queere Jugendarbeit im Kontext Flucht/Migration (d/w/m/offen, 50%).
Die Stelle ist bis zum 31.12.2025 befristet. Eine Weiterbeschäftigung ist bei entsprechenden Fördermittelzusagen gewünscht und angestrebt.
Deine Aufgaben sind:
Beratung, Vernetzung und Qualifizierung der lokalen queeren Jugendarbeit im Kontext Flucht/Migration
Konzeption, Durchführung und Etablierung queerer Jugendbildung im Kontext Flucht/Migration
Beratung und Begleitung neuer Initiativen und Gruppen der Selbstorganisation von LSBTIAQ* of Color/mit Migrationsgeschichte in queeren Zusammenhängen und in migrantischen Selbstorganisationen
Beratung und Begleitung der lokalen Projektgruppen bezüglich der öffentlichen Förderung
Empowerment, Vernetzung und Qualifizierung von LSBTIAQ* of Color/mit Migrationsgeschichte als Multiplikator*innen
Mitarbeit in verschiedenen landesweiten Gremien und deren Vernetzung
Du bringst mit:
Ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Sozialen Arbeit, Pädagogik, Migrations- oder Politikwissenschaften, Soziologie oder eine vergleichbare berufliche Erfahrung in der Jugendarbeit und Jugendbildung wie z.B. Gute Kenntnisse in der politischen Bildungsarbeit und/ oder im Feld der (queeren) Jugendarbeit
Erfahrung in der Arbeit mit Gruppen und im Projektmanagement
Feldkompetenz in LSBTIAQ*-Zusammenhängen an der Schnittstelle Flucht/Migration
Eine macht- und rassismuskritische Haltung sowie intersektionales Denken und Handeln
Wünschenswert sind Kenntnisse in der Verwendung öffentlicher Mittel
Bereitschaft zu Abend- und Wochenendarbeit sowie Reisebereitschaft innerhalb NRWs
Mehrsprachigkeit wünschenswert
Wir bieten:
Vergütung bis TV-L 11, Einstufung je nach Erfahrung
Einen facettenreichen Arbeitsbereich mit großen Gestaltungsfreiräumen
Regelmäßige Supervision und die Möglichkeit zu Fortbildungen
Ein motiviertes Netzwerk aus Q_munity-Gruppen
Flexible Arbeitszeitgestaltung in der Geschäftsstelle in Köln sowie Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten
Wir freuen uns auf Deine Bewerbung mit aussagekräftigem Motivationsschreiben und Lebenslauf bis zum 26.02.2025 ausschließlich per Mail und bitte in einer einzigen Datei an bewerbung@queeres-netzwerk.nrw. Wir bitten auf das Einsenden eines Fotos zu verzichten.
Wir möchten insbesondere Menschen mit persönlicher Migrationsgeschichte/Rassismus- und/oder Antisemitismuserfahrungen/Personen of Color und Schwarze Menschen sowie Menschen mit Beeinträchtigungen bestärken, sich bei uns zu bewerben. Ausdrücklich laden wir zudem trans- und intergeschlechtliche sowie nichtbinäre Bewerber*innen ein.
Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich in der 12. Kalenderwoche in Köln statt.
Heute, am 5. Dezember, ist der TAG DES EHRENAMTS – und damit ein perfekter Augenblick, um alle Ehrenamtlichen einmal so richtig zu feiern! Denn: Ehrenamtliche sind wahre Held*innen, ohne die unsere Strukturen nicht das wären, was sie heute sind.
Ob in Beratungsgesprächen, bei der Orga von Events und CSDs oder als Ansprechpersonen in der queeren Jugendarbeit – eure Arbeit ist schlicht und ergreifend unverzichtbar und trägt dazu bei, dass viele Menschen sich gesehen und gehört fühlen oder sichere Räume haben. Durch euer freiwilliges Engagement und eure Motivation werden zahlreiche Projekte und Initiativen realisiert, die andernfalls nicht existieren würden. Ihr seid das Rückgrat der Gemeinnützigkeit.
In diesem Sinne: DANKE an alle Ehrenamtlichen, an euch, dass ihr diesen enormen Unterschied macht!
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