„Selbstbestimmt Familie“ – Erstes großes Familienwochenende für trans* und nichtbinäre Familien in Köln

Anlässlich des IFED 2026 (International Family Equality Day) fand unter dem Titel „Selbstbestimmt Familie“ vom 1. bis 3. Mai 2026 ein bundesweit bisher einzigartiges queeres Familienwochenende in Köln statt. Veranstaltet wurde das dreitägige Event von der Landesfachstelle Regenbogenfamilien NRW, dem Projekt Trans*sensibel sowie der Landeskoordination Trans* NRW.

Eingeladen waren trans* und nicht-binäre Erwachsene mit ihren Kindern sowie trans* und nichtbinäre Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern. Mit dem Wochenende wurde ein geschützter Raum für Begegnung, Austausch und Empowerment geschaffen – für Familien, die im Alltag häufig Diskriminierung und Vorurteilen ausgesetzt sind und sich von bestehenden Familienangeboten oft nicht angesprochen fühlen.

Das vielfältige Programm umfasste unter anderem Workshops und moderierte Austauschräume, eine queere Zooführung, Bewegungsangebote sowie kreative und pädagogische Aktivitäten für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Mit rund 100 Teilnehmenden war dies die erste Veranstaltung dieser Größenordnung für Trans*-Familien in Deutschland.

Einen besonderen Höhepunkt bildete das landesweite Familienfest am Sonntag, den 3. Mai 2026, das anlässlich des International Family Equality Day (IFED) stattfand. Zum Familienfest mit Picknick kamen rund 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Regenbogenfamilien. Auch als es am Nachmittag zu regnen begann, ließen sich vor allem die jungen Teilnehmenden nicht vom Toben, Malen und Spielen abhalten.

Der IFED wird jedes Jahr am ersten Mai-Wochenende weltweit mit Aktionen zur Stärkung der Akzeptanz und Sichtbarkeit von Regenbogenfamilien begangen. Mit dem Familienfest setzten queere Familien aus ganz NRW in Köln ein starkes Zeichen für gesellschaftliche Anerkennung und gleiche Rechte.

Mitveranstaltende/r des Familienfests war das rubicon e. V. aus Köln. Gefördert und unterstützt wurden das Wochenende und das Familienfest durch die Fachstelle LSBTI der Stadt Köln, dem Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Stellenausschreibung: Referent*in Fachstelle Regenbogenfamilien NRW

Das Queere Netzwerk NRW e.V. ist der landesweite Fach- und Dachverband der LSBTIAQ*-Selbsthilfe mit mehr als 90 Mitgliedsgruppen aus ganz NRW. Wir bieten Vernetzung, Bildung, Beratung und Empowerment zu Themen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt für Nordrhein-Westfalen. Wir sind Träger der Fachstellen Queere Jugend NRW, SCHLAU NRW, #MehrAlsQueer, Landeskoordination Trans*, Landeskoordination Inter*, Regenbogenfamilien NRW, der Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit, des Projekts Vielfalt in Bewegung, der Landeskampagne ANDERS&GLEICH sowie Q_munity und Trans*sensibel. In unseren Geschäftsstellen in Köln und Düsseldorf sind aktuell 32 Mitarbeitende beschäftigt.

Mit der Fachstelle Regenbogenfamilien NRW hält das Queere Netzwerk NRW seit 2021 Angebote zur Vernetzung, Sichtbarmachung und zum Empowerment für Regenbogenfamilien in NRW bereit. Die Fachstelle unterstützt Selbsthilfe-Gruppen und –Anlaufstellen in NRW und vertritt Bedarfe und Forderungen queerer Familien in verschiedenen Gremien. Gefördert wird die Fachstelle vom Ministerium für Kinder, Familie, Jugend, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Wir suchen zum 01.03.2026 oder später eine*n Referent*in Fachstelle Regenbogenfamilien NRW (d/w/m/offen, 80%-100%). Dienstort für die Stelleninhaber*in ist die Geschäftsstelle des Queeren Netzwerks NRW in Köln.

Die Stelle ist bis zum 31.12.2026 befristet. Eine Weiterbeschäftigung ist bei entsprechenden Fördermittelzusagen gewünscht und angestrebt.

Deine Aufgaben sind:

Du bringst mit:

Wir bieten:

Wir freuen uns auf Deine Bewerbung mit aussagekräftigem Motivationsschreiben und Lebenslauf
bis zum 14.01.2026 ausschließlich per Mail und bitte in einer einzigen Datei an:
bewerbung@queeres-netzwerk.nrw.

Angaben zum Geschlecht sowie das Einsenden eines Fotos werden nicht erwartet.

Uns ist es ein Anliegen, viele Perspektiven in unsere Arbeit mit einzubeziehen und Diskriminierungen entgegenzuwirken. Wir laden Personen mit mehrdimensionalen Positionierungen daher sehr zur Bewerbung ein. Besonders freuen wir uns über Bewerbungen von Menschen, die sich als trans*, inter*, non-binär oder als Queer of color bezeichnen.

Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich in der Kalenderwoche 6 in Köln statt.

Ansprechpersonen:
Deborah Timm (Pronomen: sie), Geschäftsführung Queeres Netzwerk NRW e.V.
(timm@queeres-netzwerk.nrw)
Birgit Brockerhoff (Pronomen: sie), Koordination Fachstelle RGBF NRW
(brockerhoff@queeres-netzwerk.nrw)

Statement zur bevorstehenden Reform des Abstammungsrechts

Die Fachstelle Regenbogenfamilien NRW begrüßt es, dass nun endlich die bevorstehende Reform des Abstammungsrechts in einem Eckpunktepapier des Bundesjustizministeriums konkretisiert worden ist.

Wir freuen uns über die Vorschläge, wie die gemeinsame Mutterschaft bei gleichgeschlechtlichen Paaren zukünftig geregelt werden soll. Für Kinder, die in Zweimütterfamilien hineingeboren werden, würde damit zukünftig die Stiefkindadoption wegfallen.

Ebenfalls positiv sehen wir die angedachten vorgeburtlichen Regelungen durch verbindliche Elternschaftsvereinbarungen. Auf diesem Weg könnten Mütter und samenspendende Personen bereits vor der Empfängnis notarielle Vereinbarungen über rechtliche Elternschaft, Sorge- und Umgangsrechte treffen können. In Mehrelternfamilien sollen zukünftig sorgerechtliche Befugnisse und Umgangsrechte vertraglich auf bis zu zwei zusätzliche Personen übertragen werden können. Auch private Samenspenden sollen zukünftig im Samenspenderregister registriert werden können.

Neben diesen positiven Reformvorschlägen enthält das Papier jedoch auch Punkte, die dringend nachgebessert werden müssen: Vor allem die Diskriminierung von trans*, inter* und nichtbinären Eltern wird durch das vorliegende Papier nicht thematisiert und behoben.

Kritisch sehen wir zudem, dass das Papier keine Rückwirkung der Regelungen vorsieht. Das würde bedeuten, laufende Verfahren der Stiefkindadoption würden von der Reform nicht profitieren.

Hoffnung macht der skizzierte zeitliche Rahmen der Reform: Ein Abschluss des Prozesses wird noch für dieses Jahr angestrebt. Das Queere Netzwerk NRW und die Fachstelle Regenbogenfamilien NRW werden den Reformprozess weiterhin kritisch begleiten und kommentieren.

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