Auftakttreffen Besonderes Organ NGVT* am 26.9. in Dortmund

Mit der Fusion des Netzwerks Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW (NGVT*) und dem Queeren Netzwerk NRW am 25. April wurde von der Mitgliederversammlung die Einrichtung eines Besonderen Organs NGVT* beschlossen. Das Besondere Organ NGVT* ist die neue Selbstorganisation von trans* und nichtbinären Menschen und von Gruppen von und für trans* und nicht-binäre(n) Menschen im Queeren Netzwerk NRW. Jetzt kann die Struktur mit Leben gefüllt werden! Eine Möglichkeit, gemeinsam trans* und nicht-binäre Community zu erleben und zu gestalten, sich mit anderen trans* und nichtbinären Menschen zu vernetzen und gemeinsam Projekte umzusetzen.

Die Landeskoordination Trans* NRW lädt alle trans* und nichtbinären Menschen in NRW und insbesondere trans* und nichtbinäre Menschen aus Mitgliedsgruppen des Queeren Netzwerks NRW zum Auftakttreffen des Besonderen Organs am 26.9., 11-15 Uhr, in Dortmund (der genaue Ort wird nach der Anmeldung per Mail bekanntgegeben) ein. Das Treffen ist eine Gelegenheit für ein Kennenlernen und einen Austausch zwischen trans* und nichtbinären Menschen aus ehemaligen Mitgliedsgruppen des NGVT* NRW und jenen, die schon vor der Fusion Mitglieder im Queeren Netzwerk NRW waren.

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an: info@lako-trans.nrw

Die Teilnahme und die Verpflegung sind kostenlos. Fahrtkosten innerhalb von NRW können erstattet werden.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und auf Wunsch Englisch statt. Der Veranstaltungsort einschließlich des WCs ist rollstuhlgerecht. Es gibt Parkplätze vor Ort und eine U-Bahnstation in der Nähe. Stimming Toys stehen im Raum zur Verfügung.

Jahresbericht MIQ NRW: Lagebild Queerfeindlichkeit NRW 2025

Die Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit (MIQ NRW) wirft mit ihrem ersten Jahresbericht für das Jahr 2025 einen ersten Lichtkegel auf das große Dunkelfeld im Bereich Queerfeindlichkeit in Nordrhein-Westfalen.

Seitdem MIQ NRW am 17. März 2025 gestartet ist, sind für das Kalenderjahr 2025 insgesamt 258 queerfeindliche Vorfällen in NRW gemeldet und ausgewertet worden. Hierzu zählen sowohl strafrechtlich relevante Vorfälle als auch Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsgrenze.

Die eingegangenen Meldungen decken ein weites Spektrum an Queerfeindlichkeit ab, das beispielsweise von Diebstahl oder Vandalismus bei queeren Symbolen über subtile Formen von Diskriminierung wie Mikroaggressionen bis hin zu Beleidigungen, Drohungen oder physischer Gewalt reicht. 196 (76 %) dieser Meldungen sind von Betroffenen getätigt worden, 42 (16 %) von Zeug*innen und 20 (8 %) von Organisationen. Zusätzlich gab es insgesamt 30 Angriffs- und Hassmeldungen auf MIQ NRW selbst.

Knapp zwei Drittel (64 %) der gemeldeten Vorfälle werden Belästigungen zugeordnet, zum Beispiel Anfeindungen, Beleidigungen, Erniedrigungen und/oder Mobbing. Darüber hinaus wurden auch Vorfälle über physische Gewalt wie Körperverletzung und Sachbeschädigung, aber auch subtile Formen von Diskriminierung und die Verwehrung von Rechten auf strukturellen und institutionellen Ebenen gemeldet: dazu zählen etwa Lächerlich machen, Ansprache mit dem falschen Pronomen oder mit dem Deadname sowie verwehrte Zugänge zum Wohnungsmarkt oder zu Toiletten. Mehr als ein Fünftel aller Vorfälle (56 Vorfälle, 22 %) beinhaltet Mehrfachdiskriminierung, also neben Queerfeindlichkeit auch Überschneidungen beispielsweise mit Rassismus, Sexismus oder Frauenfeindlichkeit. Die Lebensbereiche, in denen Queerfeindlichkeit am häufigsten registriert wurde, sind der öffentliche Raum (111 Vorfälle, 43 %), Bildungseinrichtungen (31 Vorfälle, 12 %), der Einzelhandel- oder Dienstleistungssektor (25 Vorfälle, 10 %) sowie digitale Räume (23 Vorfälle, 9 %). Teilweise haben Meldende auch mehrere Lebensbereiche angegeben, sodass sie sich in manchen Fällen überschneiden können.

Aus den getätigten Meldungen kristallisieren sich ähnliche Erkenntnisse heraus, wie sie bereits die 2025 veröffentlichte Lebenslagenstudie „Queer durch NRW“ des Landes Nordrhein-Westfalen feststellte: so sind etwa Menschen, die trans* und/oder nichtbinär (94 der 196 selbstbetroffenen Meldenden, 48 %) sind, überproportional von Diskriminierung und Übergriffen betroffen. Trans*- und Schwulenfeindlichkeit sind mit jeweils 35 % die häufigsten gemeldeten Formen von Queerfeindlichkeit. Zudem geht aus den Meldungen hervor, dass von Betroffenen und Zeug*innen nur ein Zehntel (11 %) die Vorfälle bei der Polizei melden und sogar nur knapp 4 % Beratungsstellen aufsuchen. MIQ NRW gelingt es also, Diskriminierung zu erfassen, die in Statistiken bisher keinen Eingang gefunden hat.

Die Auswirkungen von Queerfeindlichkeit sind gravierend. Knapp 39 % der Betroffenen berichten von Angst, Ohnmachts- und Minderwertigkeitsgefühlen und Hilflosigkeit. Auf Basis der ausgewerteten Meldungen hat MIQ NRW Handlungsempfehlungen für die Politik abgeleitet, mit welchen Mitteln Queerfeindlichkeit bekämpft und queere Communities sowohl besser geschützt als auch gestärkt werden können. Denn die gesellschaftliche Akzeptanz von queeren Menschen ist essenziell für eine funktionierende Demokratie.

„Die von MIQ NRW veröffentlichten Zahlen bestätigen, was queere Menschen seit Jahren wissen: Queerfeindlichkeit richtet massiven Schaden an. Der Bericht untermauert die Dringlichkeit von Präventions- und Schutzmaßnahmen für queere und insbesondere trans*, inter* und nichtbinäre Menschen. Die politische Zögerlichkeit bei der Bekämpfung von Queerfeindlichkeit ist nicht hinnehmbar.“ Vorstand Queeres Netzwerk NRW

Der vollständige Jahresbericht 2025 der Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit MIQ NRW steht ab jetzt in digitaler Form im Shop des Queeren Netzwerks NRW zum kostenfreien Download bereit.