Stellenausschreibung: Projektreferent*in für die Fachstelle #MehrAlsQueer

Das Queere Netzwerk NRW ist der landesweite Fach- und Dachverband der LSBTIAQ*-Selbsthilfe mit mehr als 90 Mitgliedsgruppen aus ganz NRW. Wir bieten Vernetzung, Bildung, Beratung und Empowerment zu Themen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt für Nordrhein-Westfalen.

Unsere Fachstelle #MehrAlsQueer sensibilisiert, berät, vernetzt und qualifiziert Fachkräfte, Teams und Organisationen zu Mehrfachdiskriminierungen von Queeren Menschen of Color/mit Flucht- und Migrationsgeschichte. Sie arbeitet mit den LSBTIAQ*-Strukturen, mit Migrantischen Selbstorganisationen (MSO) und den Strukturen der Migrations- und Integrationsarbeit in NRW zusammen.

Wir suchen zum 01.05.2026 oder später eine*n engagierte*n Projektreferent*in #MehrAlsQueer (d/w/m/offen, 50%).

Die Stelle ist bis zum 31.12.2026 befristet. Eine Weiterbeschäftigung ist bei entsprechenden Fördermittelzusagen gewünscht und angestrebt.

Deine Aufgaben sind:

Du bringst mit:

Wir bieten:

Wir freuen uns auf Deine Bewerbungen mit aussagekräftigem Motivationsschreiben und Lebenslauf bis zum 22.02.2026 ausschließlich per Mail und bitte in einer einzigen Datei an
bewerbung@queeres-netzwerk.nrw. Wir bitten darum, auf das Einsenden eines Fotos zu verzichten.

Wir möchten insbesondere Menschen mit persönlicher Migrationsgeschichte/Rassismus- und/oder Antisemitismuserfahrungen/Personen of Color und Schwarze Menschen sowie Menschen mit Beeinträchtigungen bestärken, sich bei uns zu bewerben. Ausdrücklich laden wir zudem trans- und intergeschlechtliche sowie nichtbinäre Bewerber*innen ein.

Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich in der 11. Kalenderwoche in Köln statt.

Ansprechpersonen:
Benjamin Kinkel, Geschäftsführung Queeres Netzwerk NRW e.V.
(kinkel@queeres-netzwerk.nrw)
Malik Metwally, Referent #MAQ
(metwally@queeres-netzwerk.nrw)

Stellenausschreibung: Projektassistenz (Studentische Hilfskraft) Landeskoordination Inter* NRW

Das Queere Netzwerk NRW e.V. ist der landesweite Fach- und Dachverband der LSBTIAQ*-Selbsthilfe mit mehr als 90 Mitgliedsgruppen aus ganz NRW. Wir bieten Vernetzung, Bildung, Beratung und Empowerment zu Themen sexueller, romantischer und geschlechtlicher Vielfalt für Nordrhein-Westfalen. Die hier ausgeschriebene Projektassistenz arbeitet bei unserer Landeskoordination Inter* NRW.

Die Landeskoordination Inter* NRW ist die landesweite Fachstelle zur Unterstützung der Gruppen und Angebote für inter* Menschen und deren Familien und Bezugspersonen. Die Landeskoordination Inter* unterstützt Selbsthilfe, vernetzt inter* Menschen und ihre Angehörige und koordiniert Beratungsfortbildungen. Außerdem stärkt sie die Sichtbarkeit und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Inter*.

Zum 01.02.2026 oder später suchen wir für unsere Fachstelle Landeskoordination Inter* NRW in Köln eine engagierte Studentische Hilfskraft als Projektassistenz im Umfang von 20 Wochenstunden. Der Status als Student*in ist Voraussetzung und unmittelbar an den Arbeitsvertrag geknüpft. Die Stelle ist vorerst bis zum 31.12.2026 befristet. Eine Weiterbeschäftigung ist bei entsprechenden Fördermittelzusagen gewünscht und angestrebt. Wir vergüten die Tätigkeit mit 15€ pro Stunde.

Deine Aufgaben sind:

Du bringst mit:

Wir bieten:

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungen bis spätestens 18.01.2026 mit aussagekräftigem Motivationsschreiben und Lebenslauf ausschließlich per Mail in einer einzigen Datei an: info@lako-inter.nrw
Angaben zu Geschlecht oder Familienstand sowie das Einsenden eines Fotos werden nicht erwartet. Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich in der KW 3 in Köln statt.

Es ist uns ein besonderes Anliegen, viele Perspektiven in unsere Arbeit mit einzubeziehen und Diskriminierungen entgegenzuwirken. Wir laden Personen mit mehrdimensionalen Positionierungen und biografischem Bezug zum Thema daher besonders zur Bewerbung ein. Wir freuen uns über Bewerbungen von inter* Personen, eine inter* Positionierung ist jedoch keine Voraussetzung.

Bei Rückfragen ist die LaKo Inter* NRW erreichbar unter: info@lako-inter.nrw

Stellenausschreibung: Referent*in Fachstelle Regenbogenfamilien NRW

Das Queere Netzwerk NRW e.V. ist der landesweite Fach- und Dachverband der LSBTIAQ*-Selbsthilfe mit mehr als 90 Mitgliedsgruppen aus ganz NRW. Wir bieten Vernetzung, Bildung, Beratung und Empowerment zu Themen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt für Nordrhein-Westfalen. Wir sind Träger der Fachstellen Queere Jugend NRW, SCHLAU NRW, #MehrAlsQueer, Landeskoordination Trans*, Landeskoordination Inter*, Regenbogenfamilien NRW, der Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit, des Projekts Vielfalt in Bewegung, der Landeskampagne ANDERS&GLEICH sowie Q_munity und Trans*sensibel. In unseren Geschäftsstellen in Köln und Düsseldorf sind aktuell 32 Mitarbeitende beschäftigt.

Mit der Fachstelle Regenbogenfamilien NRW hält das Queere Netzwerk NRW seit 2021 Angebote zur Vernetzung, Sichtbarmachung und zum Empowerment für Regenbogenfamilien in NRW bereit. Die Fachstelle unterstützt Selbsthilfe-Gruppen und –Anlaufstellen in NRW und vertritt Bedarfe und Forderungen queerer Familien in verschiedenen Gremien. Gefördert wird die Fachstelle vom Ministerium für Kinder, Familie, Jugend, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Wir suchen zum 01.03.2026 oder später eine*n Referent*in Fachstelle Regenbogenfamilien NRW (d/w/m/offen, 80%-100%). Dienstort für die Stelleninhaber*in ist die Geschäftsstelle des Queeren Netzwerks NRW in Köln.

Die Stelle ist bis zum 31.12.2026 befristet. Eine Weiterbeschäftigung ist bei entsprechenden Fördermittelzusagen gewünscht und angestrebt.

Deine Aufgaben sind:

Du bringst mit:

Wir bieten:

Wir freuen uns auf Deine Bewerbung mit aussagekräftigem Motivationsschreiben und Lebenslauf
bis zum 14.01.2026 ausschließlich per Mail und bitte in einer einzigen Datei an:
bewerbung@queeres-netzwerk.nrw.

Angaben zum Geschlecht sowie das Einsenden eines Fotos werden nicht erwartet.

Uns ist es ein Anliegen, viele Perspektiven in unsere Arbeit mit einzubeziehen und Diskriminierungen entgegenzuwirken. Wir laden Personen mit mehrdimensionalen Positionierungen daher sehr zur Bewerbung ein. Besonders freuen wir uns über Bewerbungen von Menschen, die sich als trans*, inter*, non-binär oder als Queer of color bezeichnen.

Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich in der Kalenderwoche 6 in Köln statt.

Ansprechpersonen:
Deborah Timm (Pronomen: sie), Geschäftsführung Queeres Netzwerk NRW e.V.
(timm@queeres-netzwerk.nrw)
Birgit Brockerhoff (Pronomen: sie), Koordination Fachstelle RGBF NRW
(brockerhoff@queeres-netzwerk.nrw)

Neue Broschüre: Trans* Inter* Nicht-binär und Schule

Ab sofort kann die überarbeitete Neuauflage der gefragtesten Broschüre von SCHLAU NRW „Trans* Inter* Nicht-binär und Schule“ im Online-Shop des Queeren Netzwerks gegen eine geringe Schutzgebühr bestellt oder kostenlos heruntergeladen werden.

In der überarbeiteten pädagogischen Handreichung zur Begleitung von Jugendlichen beim Thema geschlechtliche Vielfalt im Kontext Schule wird nun neben trans* auch auf die Begleitung von inter*- und nicht-binären Jugendlichen eingegangen. Außerdem berücksichtigt die Neuauflage Veränderungen, die etwa durch das Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) entstanden sind. Die Broschüre enthält darüber hinaus neue Erfahrungsberichte: Eltern von trans*-Kindern erzählen, wie deren trans* Identität im Kontext Schule aufgenommen wurde. Auch Lehrkräfte kommen zu Wort und berichten, was sie selbst tun, damit trans*, inter* und nicht-binäre Jugendliche sich unterstützt fühlen.

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Christiane Freyer

Mit Freude darf verkündet werden, dass im Rahmen der Mitgliederversammlung 2025 feierlich die Ehrenmitgliedschaft des Queeren Netzwerks NRW an Christiane Freyer (Inside:Out – das queere Zentrum in Wuppertal e.V.) verliehen wurde. Christiane Freyer wird damit gewürdigt für ihre unermüdliche Arbeit im queeren Aktivismus, insbesondere für Lesben und trans* Personen sowie für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement bei der Organisation von CSDs in NRW.

Die Urkunde der Ehrenmitgliedschaft wurde im Namen des Vorstands des Queeren Netzwerks NRW von Vorstandssprecherin Laura Becker verliehen, die u.a. auch deren maßgebliche Rolle bei der damaligen Fusion des Queeren Netzwerks NRW mit der LAG Lesben heraushob: „Ohne Christiane Freyer wäre die Fusion schwerer geworden. Sie war vertrauensbildende Brücke, weil sie Ideen und Visionen eingebracht hat und auch ihre trans*inklusive Haltung die Gespräche innerhalb der LAG geprägt haben. Sie hat die lesbische und später die queeren Communities als kritischer Geist begleitet, als Visionärin geprägt und als Vermittlerin durch manchen Konflikt begleitet.“

Mitgliederversammlung 2025

Angesichts der politischen und gesellschaftlichen Lage war die Stimmung bei der Mitgliederversammlung 2025 des Queeren Netzwerks NRW von Sorgen, aber auch von kämpferischer Entschlossenheit geprägt: Eingeladen waren die aktuell 95 Mitgliedsgruppen. Der Einladung folgten rund 70 Teilnehmende aus allen Teilen in Nordrhein-Westfalen.

Die Tagesordnung startete mit dem jährlichen Bericht des Vorstands, der die Arbeit innerhalb des Queeren Netzwerks des vergangenen Jahres beschrieb und die Erfolge der einzelnen Fachstellen hervorhob. Beleuchtet wurde vor allem die 2024 von der Landesregierung NRW angedrohte Streichung der intersektionalen Fachstelle #MehrAlsQueer sowie die Kürzung finanzieller Mittel der landesweiten Kampagne ANDERS&GLEICH und der CSD-Förderung aufgrund der drastischen Haushaltskürzungen 2025 im sozialen Sektor. Die Streichung von #MehrAlsQueer konnte dank des engagierten Einsatzes vieler Unterstützenden abgewendet und die wichtige Arbeit der Fachstelle fortgeführt werden – wenn auch mit geringerem Volumen.

Nach dem Kassenbericht des laufenden Jahres wurden die Haushaltspläne für 2026 erläutert. Hier wiederum konnten positive Neuigkeiten verkündet werden: Nicht zuletzt aufgrund der richtungsweisenden Lebenslagenstudie „Queer durch NRW“ werden für das Jahr 2026 wieder mehr finanzielle Mittel für die CSD-Förderung, die Kampagne ANDERS&GLEICH und die Fachstelle Regenbogenfamilien NRW bereitgestellt.

Die Mitgliederversammlung 2025 kann als historisch bezeichnet werden, denn es wird einstimmig die Anstrebung einer Fusion mit dem Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW (NGVT* NRW) beschlossen. In den nächsten Monaten werden die notwendigen Schritte eingeleitet, um diesen Mitgliederbeschluss umzusetzen, der die politische Wirksamkeit des Queeren Netzwerks zweifellos nachhaltig stärken wird.

Auf der Tagesordnung stand auch die Wahl des Vorstands Birgit Kandler und Peter Hölscher traten nicht mehr zur Wahl an und wurden mit warmen Dankesworten sowie unter gebührendem Applaus von ihrem Vorstandsposten verabschiedet. Während die Wahl alle anderen Vorstandsmitglieder in ihrem Amt bestätigte, wurde Jan Bockemühl (BISS – Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren e.V.) neu in den Vorstand hineingewählt. Der neu gewählte Vorstand des Queeren Netzwerks NRW setzt sich nun zusammen aus Neofitos Argiropoulos, Laura Becker, Jan Bockemühl, Birgit Bungarten, Heike Kivelitz, Patrick Orth und Lilith Raza.

Ihren Abschluss fand die Mitgliederversammlung mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Queeren Netzwerks NRW an Christiane Freyer, die damit für ihre unermüdliche Arbeit im queeren Aktivismus, insbesondere für Lesben und trans* Personen sowie für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement bei der Organisation von CSDs, gewürdigt wurde.

Weitere Informationen zu der aktuellen Arbeit und den Jahreshighlights des Queeren Netzwerks NRW finden sich in dem Jahresbericht 2024, der hier kostenfrei bestellt oder heruntergeladen werden kann.

Jetzt mitmachen: Umfrage zu Diskriminierung in Deutschland startet

Vom 12. November 2025 bis 28. Februar 2026 führt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die bislang größte Umfrage zu Diskriminierung in Deutschland durch.

Wer kann an der Umfrage teilnehmen?

An der Umfrage können alle Menschen ab 14 Jahren teilnehmen, die in Deutschland Diskriminierung erlebt haben. Die Teilnahme ist anonym, barrierearm und in vielen Formaten und Sprachen möglich.

Als Queeres Netzwerk NRW rufen wir Menschen, die Diskriminierung erlebt haben, dazu auf, sich an der Umfrage zu beteiligen. In Zeiten, in denen gleiche Rechte für alle in Frage gestellt werden, ist eine große Beteiligung an der Umfrage wichtiger denn je. Die Teilnahme unterstützt, Diskriminierung in Deutschland sichtbarer zu machen und wirksame Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.

Mehr Informationen und an Umfrage teilnehmen: www.diskriminierung-umfrage.de 

Neue Broschüre: „Queere Kommunalpolitik – Ein Leitfaden für Städte und Gemeinden in NRW“

Ob in Schulen, Vereinen oder in Behörden – Kommunalpolitik kann entscheidend dazu beitragen, dass LSBTIAQ*-Personen im Alltag gestärkt und sichtbar unterstützt werden. Mit „Queere Kommunalpolitik – Ein Leitfaden für Städte und Gemeinden in NRW“ veröffentlicht das Queere Netzwerk NRW eine Broschüre, die praxisnahe Anregungen in 17 Handlungsbereichen von Schutzräumen über Familie bis hin zu Sport und Kultur für eine queerfreundliche Kommunalpolitik liefert. Die vorgeschlagenen Maßnahmen können als einzelne Maßnahmen oder umfassend als kommunaler Aktionsplan LSBTIAQ* umgesetzt werden. Die Impulse zeigen, wie Vielfalt konkret gefördert und die Sicherheit queerer Menschen besser gewährleistet werden kann.    

„Ob queere Menschen im Alltag gleichberechtigt und angstfrei leben können, entscheidet sich direkt vor Ort. In den Kommunen wird Vielfalt gelebt – oder ausgebremst! Dort zeigt sich, ob Politik den Mut hat, für Akzeptanz einzustehen und queeres Leben sichtbar zu machen. Darum braucht es eine klare Haltung und engagierte queere Kommunalpolitik.“ Heike Kivelitz (Vorstand Queeres Netzwerk NRW)

Die Broschüre kann ab heute für Adressen in NRW kostenfrei im Online-Shop des Queeren Netzwerks NRW bestellt werden.

Intersex Awareness Day 2025: Mitmach-Aktion

Am 26. Oktober ist Intersex Awareness Day - der internationale Tag der Inter* Sichtbarkeit. Auch in diesem Jahr macht die Landeskoordination Inter* NRW mit einer Mitmach-Aktion auf die Lebensrealitäten von inter* Menschen aufmerksam. Unter dem Motto „Inter* Leben sichtbar machen, Rechte stärken!“ wird dazu aufgerufen, sich solidarisch zu zeigen, Vorurteile abzubauen und inter* Stimmen in den Mittelpunkt zu stellen.

Warum dieser Tag wichtig bleibt:

Inter* Menschen haben angeborene körperliche Geschlechtsmerkmale, die von der Medizin nicht als typisch männlich oder weiblich eingeordnet werden. Diese Vielfalt ist natürlich und bedarf in den allermeisten Fällen keiner medizinischen Behandlung. Dennoch erleben inter* Menschen nach wie vor Pathologisierung, Ausgrenzung und Eingriffe ohne ihre Einwilligung.

Trotz des rechtlichen Schutzes durch §1631e BGB seit 2021 sind inter* Kinder nicht umfassend vor normierenden Operationen geschützt. Lücken im Gesetz ermöglichen weiterhin Eingriffe, die nicht medizinisch notwendig sind und gravierende Folgen für die Betroffenen haben können. Hier braucht es dringend Nachbesserungen und eine konsequente Umsetzung von Selbstbestimmungsrechten.

Aktion 2025

Die Landeskoordination Inter* NRW stellt auch in diesem Jahr Materialien zur Verfügung, mit denen Unterstützende in den sozialen Medien und im öffentlichen Raum sichtbar werden können. Ziel ist es, inter* Perspektiven zu stärken, Wissen zu verbreiten und gemeinsam ein klares Signal für Selbstbestimmung und gegen Diskriminierung zu setzen.

Downloads

Stellungnahme zum Referentenentwurf zur Melderegisterverordnung („SBGG-Register“)

Im November vergangenen Jahres trat das Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) in Kraft –  ein historischer Meilenstein für trans*, inter* und nicht-binäre (tin*) Communitys. Seitdem tin* Menschen seit Anfang November 2024 ihren Vornamen und Personenstand nach dem SBGG ändern können, wurde und wird das Selbstbestimmungsgesetz für polemische Wahlkampfrhetorik instrumentalisiert sowie regelmäßig im Bundestag infrage gestellt.  Aktuell ist das SBGG weiterhin in Kraft. Allerdings steht durch einen aktuellen Gesetzesentwurf ein erhebliches Diskriminierungs- und Sicherheitsrisiko im Raum für trans*, inter* sowie nicht-binären Personen, die das Selbstbestimmungsgesetz genutzt haben oder noch nutzen möchten.

Denn ein Referentenentwurf des Bundesministeriums des Innern zur „Verordnung zur Umsetzung des Gesetzes über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag im Meldewesen“, die zum 1.11.2026 in Kraft treten soll, hätte zur Folge, dass alle bisherigen und künftigen Nutzer*innen des SBGG in einem sogenannten „Sonderregister“ dauerhaft erkennbar sein würden. So wären alle Informationen zum früheren Geschlechtseintrag, zum Datum der Änderung, zur zuständigen Behörde, zum Aktenzeichen sowie zu früheren Vornamen dauerhaft gespeichert und für Behörden zugänglich. Dazu wurden von verschiedenen Akteur*innen, beispielsweise dem Bundesverband Trans*, bereits verfassungs- und datenschutzrechtliche Bedenken geäußert.

Eine Verabschiedung der geplanten Verordnung muss unbedingt verhindert werden. Es gehört zur Selbstbestimmung, selbst darüber entscheiden zu können, ob und welche Menschen den früheren Geschlechtseintrag sowie frühere Vornamen erfahren. Durch die Umsetzung der Verordnung hätten trans*, inter* und nicht-binäre Personen keine Kontrolle darüber, wer genau Zugriff auf ihre Daten erhält und würden zwangsgeoutet. Dies widerspricht dem Ziel des SBGG, die Selbstbestimmung von tin* Personen in Deutschland zu stärken. Eine Weitergabe früherer Einträge wird im SBGG geregelt und ist durch das Offenbarungsverbot verboten. Ein Verstoß wird mit einem Bußgeld geahndet und eine Weitergabe von Daten ist nur in äußersten Ausnahmefällen zulässig. Das Anlegen von Registern im Meldewesen mit SBGG-Nutzer*innen widerspricht dem Charakter des Offenbarungsverbots.

Menschen, die das Selbstbestimmungsgesetz bereits zur Änderung ihres Vornamens und Personenstandes genutzt haben, befürchten nun verbale und physische Gewalt, Stigmatisierung, Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt und weitere Diskriminierung in Folge eines Zwangsoutings. Menschen, die das SBGG nutzen möchten, werden durch das geplante Vorhaben eingeschüchtert und verunsichert. Bereits die Bekanntgabe des Referentenentwurfs hat in den Communitys für Entsetzen gesorgt und erschwert Personen schon jetzt den Zugang zum Selbstbestimmungsgesetz.

Trans*, inter* und nicht-binäre Menschen müssen u.a. rechtlich geschützt werden, anstatt noch stärker zur politischen Zielscheibe zu werden. Sollten trans*feindliche Parteien, Gruppierungen und Einzelpersonen Zugriff auf diese sensiblen personenbezogenen Daten erhalten, würde sich die Bedrohungslage für trans*, inter* und nicht-binäre Menschen voraussichtlich weiter verschärfen. Die Umsetzung der Verordnung stellt somit ein enormes Sicherheitsrisiko für tin* Menschen dar, die bereits jetzt eine besonders vulnerable Gruppe darstellen. Im Hinblick auf globale Entwicklungen lässt sich beobachten, dass die Rechte von trans*, inter* und nicht-binären Menschen vielerorts immer weiter eingeschränkt werden. Die Lebensrealität vieler tin* Personen, auch in NRW und in der Bundesrepublik, ist bereits jetzt davon geprägt, dass Diskriminierung weiter zunimmt.  

Das Queere Netzwerk NRW setzt sich entschieden gegen TIN*-Feindlichkeit, für Schutz vor Diskriminierung und für Aufklärungs- und Beratungsangebote ein. Die Rechte und das Leben von tin* und allen queeren Menschen zu schützen, ist eine Kernaufgabe unserer Demokratie.

Wir appellieren an alle Entscheidungsträger*innen, einer Verabschiedung der Melderegisterverordnung nicht zuzustimmen und deutlich zu machen, dass die Rechte von tin* Personen nicht nur geschützt, sondern ausgebaut werden müssen. Das Queere Netzwerk lädt alle dazu ein, die Petition „Kein Sonderregister für trans* Personen – Nie wieder Listen gegen Minderheiten!“ zu unterzeichnen.