CSD-Empfang 2026: Protest und Zusammenhalt für Vielfalt, Freiheit und Demokratie

Köln, 4. Juli 2026 – Mit einem eindringlichen Appell an Politik und Gesellschaft haben das Queere Netzwerk NRW und die Aidshilfe NRW beim 27. gemeinsamen CSD-Empfang in Köln für den Schutz von Demokratie, Menschenrechten und queerer Vielfalt geworben. Vor rund 900 Gästen aus Politik, Zivilgesellschaft, Medien und den Communitys machten beide Landesverbände deutlich: Die zunehmende Queerfeindlichkeit, rechtsextreme Bedrohungen und die Kürzungen demokratiestärkender Projekte gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt und erfordern entschlossenes politisches Handeln.

In ihrer gemeinsamen Rede würdigten Laura Becker, Vorstandssprecherin des Queeren Netzwerks NRW, und Arne Kayser, Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW, die CSD-Bewegung als eine der wichtigsten demokratischen Protestbewegungen Deutschlands. „Die Sichtbarkeit, die Rechte und die gesellschaftliche Teilhabe queerer Menschen mussten hart erkämpft werden. Die CSDs stehen seit Jahrzehnten für Mut, Solidarität und den Einsatz für Freiheit und Gleichberechtigung. Gerade heute sind sie wichtiger denn je!“

Mit Sorge verwiesen beide Verbände auf den erneuten Anstieg queerfeindlicher Straftaten sowie auf die zunehmenden Einschüchterungsversuche gegen CSDs und queere Einrichtungen. „Hass ist keine Meinung, sondern eine reale Bedrohung für Menschen und unsere Demokratie. Wer queere Menschen angreift, greift die offene Gesellschaft insgesamt an“, so Becker. Gleichzeitig rief sie dazu auf, bestehende Schutzlücken zu schließen, queere Infrastruktur nachhaltig zu stärken und die Gleichstellung queerer Menschen konsequent weiter voranzubringen.

Arne Kayser hob insbesondere den Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher und Organisator*innen hervor, die vielerorts unter schwierigen Bedingungen CSDs veranstalten und sich rechtsextremen Anfeindungen entgegenstellen. „Sie verteidigen mit großem Mut demokratische Werte vor Ort. Ihnen gilt unsere uneingeschränkte Solidarität. Wer Vielfalt verteidigt, darf dabei nicht allein gelassen werden“, appellierte Kayser. Zugleich kritisierte er die geplanten Kürzungen zahlreicher Demokratie- und Präventionsprojekte: „Demokratieförderung ist keine freiwillige Leistung. Sie ist eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Mit Blick auf die zahlreichen CSDs in Nordrhein-Westfalen und bundesweit unterstrichen Becker und Kayser die Bedeutung der Bewegung: „CSDs sind weit mehr als bunte Feste. Sie sind sichtbarer Protest, gelebte Demokratie und Ausdruck einer Gesellschaft, in der alle Menschen frei und ohne Angst leben können. Diese Errungenschaften werden wir gemeinsam verteidigen.“

Im Mittelpunkt des diesjährigen Empfangs stand die Verleihung der Kompassnadel 2026 an die CSD-Bewegung in Deutschland. Mit der Auszeichnung würdigt das Queere Netzwerk NRW die entscheidende Rolle der Christopher Street Days für die gesellschaftliche Sichtbarkeit, die rechtliche Gleichstellung und den Schutz queerer Menschen. Stellvertretend für die bundesweite Bewegung nahmen die CSD-Vernetzer*innen aus NRW Sabrina Reznizek, Toni Nezi und Pacco Menzel die Auszeichnung entgegen.

Die Laudatio hielt Entertainer, Moderator und Regisseur Thomas Hermanns, der die CSD-Bewegung als unverzichtbaren Bestandteil demokratischer Protestkultur würdigte. Knallblech – Brassband meets DJ sorgte musikalisch für Feierlaune und Oliver Schubert führte als Moderator mit Esprit durch das vielfältige Programm.

 

CSD-Bewegung in Deutschland erhält die Kompassnadel 2026

Mit großer Freude verkünden wir als Queeres Netzwerk NRW, dass die CSD-Bewegung in Deutschland mit der Kompassnadel 2026 ausgezeichnet wird.

Die Auszeichnung begründet der Vorstand des Queeren Netzwerks NRW folgendermaßen: „Die verbesserten gesetzlichen Rahmenbedingungen für queere Menschen und die zunehmende Akzeptanz und Sichtbarkeit wären ohne die CSDs in Deutschland nicht möglich gewesen. In Zeiten zunehmender Queerfeindlichkeit, von der auch CSDs in vielen Städten betroffen sind, steht die Verleihung der Kompassnadel 2026 für die ungebrochene Kraft dieser Bewegung, die Vielfalt, Demokratie und Menschenrechte sichtbar verteidigt.“

Die Auszeichnung wird stellvertretend an die CSD-Vernetzer*innen NRW verliehen. Sabrina Reznizek, Toni Nezi und Pacco Menzel (Sprecher*innen der CSD-Vernetzer*innen NRW) werden die Kompassnadel 2026 stellvertretend für die gesamte CSD-Bewegung in Deutschland entgegennehmen.

Die feierliche Preisverleihung findet am 4. Juli 2026 zwischen 12:00-14:30 Uhr im Rahmen des CSD-Empfangs im Maritim Hotel Köln statt. Sie können sich ab jetzt für die Veranstaltung anmelden.

Kurzinfo zur CSD-Bewegung in Deutschland:

Ihren Ursprung hat die Bewegung hierzulande in der ersten Demonstration, die in Deutschland für die Rechte Homosexueller 1972 in Münster stattfand. Daraus entwickelte sich eine der größten und kontinuierlichsten Bürger*innenbewegungen. Millionen von Menschen sind seither gegen teilweise erheblichen öffentlichen und staatlichen Widerstand für die Gleichstellung und Akzeptanz queerer Menschen auf die Straße gegangen.

Die CSD-Bewegung ist Wurzel und Grundlage für tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen wie die Abschaffung des §175, die Öffnung der Ehe für alle und das neue Selbstbestimmungsgesetz. Und sie trägt auch heute die Themen auf die Straße, die queere Menschen nach wie vor bewegen: von Schutz vor queerfeindlicher Gewalt über Sichtbarkeit trans*, inter* und nichtbinärer Lebensrealitäten bis hin zur globalen Solidarität mit queeren Communities weltweit.

Kompassnadel

Im Rahmen des CSD-Empfangs verleiht das Queere Netzwerk NRW seit 2001 die Kompassnadel an Persönlichkeiten und Organisationen, die sich besonders um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von LSBTIAQ* verdient gemacht haben. Heute ist der Preis eine der bedeutendsten queeren Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Ursprünglich wurde die Auszeichnung in zwei Kategorien (Ehrenamt und Öffentliches Leben) verliehen, seit einiger Zeit nun wird jährlich nur noch eine Kompassnadel verliehen.

CSDs in NRW 2026: Social Media-Material zum Download

Queere Akzeptanz und unsere gemeinsame Demokratie stehen unter Beschuss. Jedes Jahr wird es wieder wichtiger für queere Rechte auf die Straße zu gehen und Minderheitenrechte zu verteidigen.

Die CSDs in NRW tragen entscheidend dazu bei, laute und starke politische Botschaften zu senden und zu zeigen: Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir verteidigen uns und wir werden nicht still und leise weichen! Aus diesem Grund möchten wir für die CSD-Saison 2026 so viele Teilnehmer*innen wie möglich auf die Straßen unserer Städte und Gemeinden holen und so auch medial sichtbar werden.

Um möglichst viele Menschen für die CSDs in NRW zu mobilisieren, haben wir kostenfrei Poster (A2) und Postkarten zum Selbstdruck (Saxoprint) sowie Social Media-Materialien mit sämtlichen CSD-Terminen erstellt, mit denen ihr kräftig die Werbetrommeln rühren könnt. Die Materialien stehen zum freien Download zur Verfügung.

Unter www.csd.nrw findet ihr neben der Auflistung aller CSD-Termine in NRW auch wichtige Infos und nützliche Tipps, falls ihr einen eigenen CSD in eurer Kommune organisieren möchtet – gerade für junge CSDs finden sich dort unverzichtbare Hilfestellungen!

Wir freuen uns, wenn ihr das Material streut und kräftig dabei unterstützt, auch dieses Jahr Widerstand zu leisten, Demokratie und Vielfalt zu verteidigen sowie unser Bundesland in seiner ganzen bunten Pracht erstrahlen zu lassen.

Downloads

Tag des Ehrenamts 2024

Heute, am 5. Dezember, ist der TAG DES EHRENAMTS – und damit ein perfekter Augenblick, um alle Ehrenamtlichen einmal so richtig zu feiern! Denn: Ehrenamtliche sind wahre Held*innen, ohne die unsere Strukturen nicht das wären, was sie heute sind.

Ob in Beratungsgesprächen, bei der Orga von Events und CSDs oder als Ansprechpersonen in der queeren Jugendarbeit – eure Arbeit ist schlicht und ergreifend unverzichtbar und trägt dazu bei, dass viele Menschen sich gesehen und gehört fühlen oder sichere Räume haben. Durch euer freiwilliges Engagement und eure Motivation werden zahlreiche Projekte und Initiativen realisiert, die andernfalls nicht existieren würden. Ihr seid das Rückgrat der Gemeinnützigkeit.

In diesem Sinne: DANKE an alle Ehrenamtlichen, an euch, dass ihr diesen enormen Unterschied macht!

CSD-Empfang: Eintritt ist und bleibt FREI!

Seit letzter Woche kursiert die falsche Info, dass der diesjährige CSD-Empfang 24€ Eintritt kostet. Wir entschuldigen uns für die Verwirrung und weisen hiermit ausdrücklich darauf hin: Der Eintritt zum CSD-Empfang ist und bleibt FREI!

Der gemeinsame CSD-Empfang des Queeren Netzwerks NRW und der Aidshilfe NRW findet dieses Jahr am 20. Juli im Maritim Hotel Köln im Rahmen des colognepride statt. Über 800 Geladene aus unseren Mitgliedsorganisationen, aus kooperierenden Verbänden, aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur nehmen an der Veranstaltung teil. Ein Highlight ist die feierliche Verleihung der Kompassnadel – dieses Jahr geht die queere Auszeichnung an Publizistin Carolin Emcke.

Der CSD-Empfang 2024 wird durchgeführt in Kooperation mit IWWIT.

Anmeldung CSD-Empfang 2024

Ihr wollt an dem Event teilnehmen? Wir freuen uns über eure Anmeldung über das offizielle Anmeldeformular.

Kompassnadel 2024 geht an Publizistin Carolin Emcke

Voller Freude verkünden wir, dass die Kompassnadel 2024 an die renommierte Publizistin Carolin Emcke geht.

Carolin Emcke erhält den Preis für ihr langjähriges gesellschaftliches Engagement für die Akzeptanz von queeren Menschen, für ihre stetige Sichtbarkeit, ihren großen Mut und ihre klare Haltung. In ihren Büchern, Essays, Kolumnen, aber auch in ihren künstlerischen Interventionen geht sie den Themen Gewalt und Trauma, Demokratiefeindlichkeit und Rassismus sowie Sexualität und Begehren auf den Grund.

Die feierliche Preisverleihung findet am 20. Juli zwischen 12:00 und 14:30 Uhr im Rahmen des CSD-Empfangs im Maritim Hotel Köln statt.

Ihr wollt an dem Event teilnehmen? Dann freuen wir uns über eure Anmeldung über das offizielle Anmeldeformular.

Kompassnadel

Im Rahmen des CSD-Empfangs verleiht das Queere Netzwerk NRW seit 2001 die Kompassnadel an Persönlichkeiten, die sich besonders um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von LSBTIAQ* verdient gemacht haben. Früher noch als „schwuler Oscar“ bezeichnet, ist der Preis heute eine der bedeutendsten queeren Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Ursprünglich wurde die Auszeichnung in zwei Kategorien (Ehrenamt und Öffentliches Leben) verliehen, seit einiger Zeit nun wird jährlich nur noch eine Kompassnadel verliehen.

Fotocredits: Andreas Labe

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